Young Conductors Award
Debussys Waldgeist blinzelt noch ein wenig verstohlen in die Nachmittagssonne. Als setze ihm die flimmernde Luft, das glitzernde Licht, die schwebende Zeit zu. Das «Prélude à l’après-midi d’un faune» hat sich Marie Jacquot (*1990) als Entrée für ihr Konzert im Großen Saal des Mozarteums ausgesucht. Ganz schön mutig. Vor sich hat sie die Camerata Salzburg, die Hauskapelle des achten Young Conductors Award. Die Musiker geben alles, um den irisierenden Zauber des Stücks zu vermitteln.
Doch den Eindruck, dass der jungen Französin noch der Atem fehlt, um die Klänge leicht (ver)fließen zu lassen wie die Farben eines Aquarells, können sie nicht ganz zerstreuen.
Keine Frage: Jacquot trat mit dem anspruchsvollsten Programm im Finale des diesjährigen Wettbewerbs an – neben Debussy dirigierte sie u. a. Mozarts «Jupiter»-Symphonie und eine hochkomplexe Rhythmusstudie von Gérard Pesson: «Rescousse (marginalia)». Ihr portugiesischer Kollege Nuno Coelho (*1989) hatte mit Schuberts früher Symphonie Nr. 5, Kodálys «Tänzen aus Galánta» und einer Streicher-Elegie seines Landsmannes Luís Tinoco («Canto para Timor Leste») eine vergleichsweise handliche Auswahl getroffen – Werke, die er technisch ...
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Opernwelt September/Oktober 2017
Rubrik: Im Focus, Seite 8
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