«La clemenza di Tito». Foto: Salzburger Festspiele/Ruth Walz
Heikle Mission
Aller Anfang ist schwer. Erst recht, wenn die Erwartungen sich überschlagen, vorfristig verteilte Lorbeeren eine Last zu werden drohen. Wenn zwischen ersehntem Anspruch und angestrebtem Aufbruch, zwischen Wunsch und Wirklichkeit eine Lücke bleibt. Nicht, dass der Neue, ein alter Bekannter eigentlich in der Hofstallgasse, vor seiner ersten Saison als Intendant der Salzburger Festspiele das Blaue vom Himmel herunter versprochen hätte.
Doch Markus Hinterhäuser, dem nachdenklich sanftstimmigen, gedankenblitzend traumseligen Anwalt der Moderne, diesem am Piano geschulten Endfünfziger, dessen legere Erscheinung eher an einen Bohemien als einen Manager denken lässt, eilte der Ruf des Erneuerers, ja des Befreiers voraus, der nach beliebig-betriebsamen Sommern unter Alexander Pereira und Sven-Eric Bechtolf endlich wieder Zug in das Fest am Mönchsberg bringen werde – geistig, ästhetisch, programmatisch. Und dabei an die antike, in Max Reinhardts Gründungsaufruf beschworene Idee eines Ortes der reflektierenden Anschauung, einer dem «Alltagsgetriebe» enthobenen Konzentration auf große Musik und großes Theater anknüpfen würde. An die Utopie einer durch wildes Denken und formbewusste Fantasie ...
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Opernwelt September/Oktober 2017
Rubrik: Im Focus, Seite 4
von Albrecht Thiemann
Als gewichtige dramaturgische Instanz steht der himmlische Wetterbeauftragte Petrus an den Seebühnen-Spieltagen immer im Zentrum des Bregenzer Interesses. Ein künstlerisch und administrativ allerdings leider nicht befriedigend kontrollierbarer Faktor. So kursierte in den Stunden vor der «Carmen»-Premiere, als sich von Südwesten her drohend Wolkenberge türmten,...
JUBILARE
Der gebürtige Thüringer Wolf Dieter Hauschild studierte ab 1954 in Weimar Klavier und Komposition sowie Dirigieren bei Hermann Abendroth und Gerhard Pflüger, darüber hinaus besuchte er Meisterkurse bei Hermann Scherchen und Sergiu Celibidache. Nach Abschluss des Studiums ging Hauschild 1959 zunächst als Korrepetitor ans Nationaltheater Weimar. Vier Jahre...
Eines war von vornherein klar: Hier gilt’s dem Gaudium. Hier ist nichts ernst zu nehmen, wenn ein Stoffesel, mit zwei Menschen befüllt, im Kaiserhof des Klosterneuburger Stifts seine Runden trabt. Das 20-jährige Jubiläum der sommerlichen Opernspiele sollte ordentlich gefeiert werden, am besten mit einer handfesten Komödie, noch besser mit einer, die zum...
