Wunde Punkte
Seit seiner Gründung hat das Santa Fe Opera Festival in der Wüste New Mexicos immer wieder amerikanische Erst- und Uraufführungen auf die Bühne gebracht. Dieses Jahr stand Jennifer Higdons «Cold Mountain» – nach Charles Fraziers 1997 erschienenem Epos – auf dem Programm. Nicht das einzige Bürgerkriegsstück in dieser Spielzeit: Vor 150 Jahren ging der Sezessionskrieg zwischen den Vereinigten Staaten im Norden und Westen (USA) und der Konföderation der Südstaaten (CSA) zu Ende.
Die Aktualität des Themas spiegelt sich in den zahlreichen Debatten um Polizeigewalt, Wählerunterdrückung und die Konföderations-Flagge.
Die Stärken der 1962 geborenen Komponistin liegen in den feinen Texturen und der klugen Gliederung des Orchestersatzes. Einige Konversationsszenen erinnern an Prokofjews düsteren «Semyon Kotko», die vokalen Linien eher an Samuel Barber. Eine ausgeprägte Vorliebe hat Higdon für Ensembles – die durch den Krieg auseinandergerissenen Protagonisten (Inman, Deserteur der CSA-Armee und seine geliebte Ada in North Carolinas Smoky Mountains) haben zum Beispiel selbst dann noch Duette, wenn sie meilenweit voneinander entfernt sind.
Gene Sheers Libretto – ein wesentlicher Faktor für den ...
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Opernwelt September/Oktober 2015
Rubrik: Magazin, Seite 92
von David Shengold
Frau Soffel, verstehen Sie sich eher als Sängerin oder als Singschauspielerin?
Ich komme von der Geige her, und es gab eine Zeit, da habe ich Bach, Pergolesi und Monteverdi über alles geliebt. Dann kamen neue Minenfelder. Man lernt – ein bisschen von Regisseuren, noch mehr vom Leben. Heute empfinde ich den Ausdruck «Singschauspielerin» als großes Kompliment.
Vom...
Wolfgang Rihms «Eroberung von Mexico» ist keine Oper, wie es sie von Graun, Spontini oder Sessions zum selben Thema gibt. Man könnte sogar sagen: Hier schreibt jemand an gegen die Oper, gegen ihren Guckkasten, gegen erwartbare Gefühle, gegen lineares Erzählen, gegen eine Musik, die psychologisieren will, gegen eine Sprache, die bloß als Figurenrede daherkommt. Es...
ARD-ALPHA
6.9. – 20.15 Uhr (1)
18.10. – 20.15 Uhr (2)
Klassik am Odeonsplatz.
1. 2013. Musikalische Leitung: Yannick Nézet-Séguin. Solisten: Rolando Villazón und Thomas Hampson. Werke von Wagner und Verdi. 2. 2015. Musikalische Leitung: Pablo Heras-Casado. Werke von de Falla, Prokofjew, Debussy und Ravel.
13.9. – 11.00 Uhr
Mariss Jansons dirigiert
Strauss: Ein...
