Work in progress
Plappern gehört zum Handwerk. Siegfried Matthus, Komponist und Impresario im brandenburgischen Rheinsberg, war noch nie auf den Mund gefallen, wenn es um die Beförderung der eigenen Sache ging. Ohne seine PR-Arbeit wäre die Idee, am Jugendsitz des Preußenkönigs Friedrich II. ein Festival für Nachwuchssänger einzurichten, wohl nie realisiert worden. «Kammeroper Schloss Rheinsberg» nannte
Matthus sein 1990 geborenes Nachwendekind.
Sommer für Sommer führt er seitdem dem zahlenden Publikum stolz vor, wie prächtig es zwischen den Buchsbaumhecken der barocken Parkbühne und den Ufern des Grienericksees gedeiht. Mehr als 500 junge Solisten sind in zwei Jahrzehnten durch die Rheinsberger Opernschule gegangen, etwa 310 000 Besucher reisten (vorwiegend aus dem 80 Kilometer entfernten Berlin) an, um die werbewirksam zu «Stars von morgen» erklärten Eleven vor den Hofkolonnaden oder auf den Brettern des zur Jahrtausendwende wieder eröffneten kleinen Schlosstheaters zu erleben. Dass Begabungen wie Annette Dasch, Camilla Tilling oder Marco Jentzsch internationale Karriere machten, schreibt Matthus gern dem aufführungspraktischen Zuschnitt der Rheinsberger Bildungsarbeit zu. Und blendet dabei ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Das Ereignis ist historisch, die Geschichte sicher nicht. Menschen treffen sich – mehr oder minder zufällig – im Kurhotel, um abzureisen. Zur Königskrönung von Karl X. nach Reims, 1825. So mancher Unbill, eine umgestürzte Kutsche und zu wenig Pferde, werden sie schließlich davon abhalten. Und so bleiben sie in Plombières und feiern. Und singen dort einen Toast auf...
Die Kammeroper «Pnima» war die herausragende Produktion der Münchener Biennale für Neues Musiktheater im Jahr 2000, sie wurde in der Kritikerumfrage dieser Zeitschrift zur «Uraufführung des Jahres» gewählt. Der ethisch und ästhetisch hoch riskante Versuch der 1957 geborenen israelischen Komponistin Chaya Czernowin, die Judenvernichtung durch die Nazis, genauer:...
Der 1926 in Wien geborene Komponist Friedrich Cerha erhält den mit 60 000 Euro dotierten Musikpreis Salzburg, der 2011 zum dritten Mal vergeben wird. Mit der Auszeichnung, deren voller Name «Musikpreis Salzburg – Internationaler Kompositionspreis des Landes Salzburg» lautet, wird laut Jury «der Doyen der Neuen Musik in Österreich» gewürdigt. Cerha ist auch bekannt...
