Women in Love

Wagnisse beim Opernfestival in Wexford: Marco Tutinos «La ciociara», Camille Erlangers «L’Aube rouge» und Gaetano Donizettis «Zoraida di Granata»

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Es ist kurz vor eins, die Sonne bricht sich soeben durch die Wolken (aber das wissen wir erst später), da geschieht das Unumgängliche: der berühmte Kafka-Moment. Tränen auf der Leinwand, Tränen im Jeremy Hynes Theatre. Man kann weder das eine noch das andere verhindern. Aber was ist das auch für ein Film, dessen Ende so berührend, dessen Geschichte aber so grausam ist, dass man es kaum aushält. Ein Film über den Faschismus in Italien, mitten im Zweiten Weltkrieg, voller Intensitäten und Absurditäten, voller emotionaler Ausbrüche und Skandale, voller Leiden und Leidenschaft.

Mit Darstellerinnen und Darstellern, deren fantastisches Können für die Ewigkeit erhalten bleibt, weil man diesen Film immer und immer wieder sehen kann. Sophia Loren spielt mit gerade mal 25 ihre erste ernste Rolle (und sie spielt sie hinreißend authentisch), Jean-Paul Belmondo, mit Milchflaum auf den Wangen, zeigt sich von einer komplett anderen Seite als in Godards Klassiker «Außer Atem» aus dem gleichen Jahr, Eleonora Brown gibt eine unglaubliche Rosetta, mit Blicken aus einer anderen Welt, die man nie mehr vergessen wird. «Two Women (La ciociara)» von Vittorio De Sica, 1960 in die Kinos gekommen und ein ...

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Opernwelt Dezember 2023
Rubrik: Im Fokus, Seite 22
von Jürgen Otten

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