Wolfgang Rihm zum 60. Geburtstag

Texte aus «Opernwelt»

Opernwelt - Logo

«Faust und Yorick»

Der Abend zeitgenössischer Operneinakter, die zum 125-jährigen Bestehen des Opernhauses in der Niedersächsischen Staatsoper Hannover gezeigt wurden, begann mit Wolfgang Rihms Kammeroper «Faust und Yorick». Was den 25-jährigen, in Freiburg lebenden, an der Karlsruher Musikhochschule lehrenden Komponisten an Tardieus Gleichnis «Faust und Yorick» – in der Nähe «absurden Theaters» gereizt haben mag, das ist der lose gereihte, kurzgliedrige, hintergründig verrinnende Ablauf dieser Tragikomödie.

Eine gewagte Idee des französischen Schriftstellers Tardieu, im Titel seines «Gleichnisses» Assoziationen von Goethes «Faust» und Shakespeares «Hamlet» ... völlig zeitlos miteinander zu verbinden.

Kürzlich in Mannheim uraufgeführt, erlebte diese Kammeroper in Hannover die Uraufführung einer dramaturgischen Neufassung. In der kammerorchestral durchsichtig gearbeiteten, farbenreichen, mit Zitaten bereicherten Vertonung Rihms herrscht ein gewisser Divertimento-Ton vor, der den abstrakten, fast marionettenhaften Grundzug der Handlung auflockert.    Erich Limmert, OW 12/1977

«Jakob Lenz»

Er ist so etwas wie das Glückskind der ganz jungen Komponistengeneration; denn die Erfolge ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt März 2012
Rubrik: Magazin, Seite 74
von

Vergriffen
Weitere Beiträge
Auf und ab und alles rund

Einakter sind Stiefkinder des Opernbetriebs. Wirklich?! Wären sie wirklich gut – wie im Fall von «Cavalleria rusticana» und «Bajazzo» –, würden sie den Weg in die großen Opernhäuser schon finden. So könnte man jedenfalls sagen. Starke Einakter von «Salome» bis «Erwartung», von Zemlinskys «Zwerg» bis zu Ravels «L’Heure espagnole» haben sich in ihrer Wirkung nie...

Ironischer Rückblick

Er darf als Universalgelehrter im besten Sinne gelten: der 1946 in Venedig geborene Dirigent und Komponist Giuseppe Sinopoli, der im Jahre 2001 während einer «Aida»-Vorstellung am Pult der Deutschen Oper Berlin einem Herzinfarkt erlag. Bestens vertraut mit der Weltliteratur, deren Werke er seit seiner frühen Jugend in mehreren modernen wie klassischen Sprachen im...

Totentanz

Nichts liegt näher in Verdis «Un ballo in maschera» als die Assoziation mit dem Totentanzmotiv – das Leben, ein bewusstloser Tanz in den Abgrund. Statt des Mondänen das Makabre: Diese Akzentuierung  war selten so überdeutlich zu erleben wie in Tatjana Gürbacas detailreicher, fast choreografisch präziser, freilich auch überladener Neuinszenierung am Staatstheater...