Auf und ab und alles rund
Einakter sind Stiefkinder des Opernbetriebs. Wirklich?! Wären sie wirklich gut – wie im Fall von «Cavalleria rusticana» und «Bajazzo» –, würden sie den Weg in die großen Opernhäuser schon finden. So könnte man jedenfalls sagen. Starke Einakter von «Salome» bis «Erwartung», von Zemlinskys «Zwerg» bis zu Ravels «L’Heure espagnole» haben sich in ihrer Wirkung nie behindern lassen. Und das, obwohl ein wichtiger Teil fehlt, die Pause.
Seit dem Beginn der Intendanz von Serge Dorny in Lyon 2003 schlägt im dortigen, durch Jean Nouvels Umbau berühmt gewordenen Opernhaus auch ein Herz für Einakter. Und zwar im Doppelpack. Schon 2007 verkuppelte man Werke wie Bizets «Djamileh», Poulencs «Voix humaine» (mit Felicity Lott), Sciarrinos «Luci mie traditrici» und Bartóks «Blaubart» (inszeniert von Laurent Pelly) miteinander. Ergebnis: Nicht einer kommt durch, sondern immer beide. Auch an Abenden, die durch zwei unabhängige Teile zu zerfallen drohen, wird die Unterbrechung keineswegs zum Gehen benutzt. Sondern zum Bleiben.
Jetzt legte man das Erfolgsmodell neuerlich auf. Mit dem von David Pountney damals inszenierten «Tabarro» (ehemals mit Laurent Naouri) und Georges Lavaudants Inszenierung der ...
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