Wohnzimmertauglich
Glück im Unglück: Eine defekte Sprinkleranlage, die das Duisburger Theater unter Wasser setzte, vereitelte im vergangenen Jahr die Aufführung des 2017 in Düsseldorf begonnenen, mittlerweile komplettierten «Rings» in der Inszenierung von Dietrich Hilsdorf. Doch die Notlösung einer konzertanten Wiedergabe in der benachbarten Mercatorhalle erwies sich dann für den geplanten CD-Mitschnitt in akustischer Hinsicht als ideal – jedenfalls im «Rheingold», das durch eine glückliche Balance zwischen Orchester und Stimmen besticht.
Selten versteht man bei heutigen Aufführungen so viel von Wagners Text, selten hört man einen so transparenten, gut gestaffelten Orchesterklang – zweifellos das Ergebnis einer sorgfältigen Einstudierung. Axel Kober, der auch in Bayreuth schon erfolgreiche Chefdirigent der Deutschen Oper am Rhein, trägt seine Sänger gleichsam auf Händen, nimmt, wo es nötig ist, das Orchester zurück, um dem Drama den Vortritt zu lassen, und erreicht damit ein musikalisches Hörspiel, wie gemacht für die Rezeption am heimischen Lautsprecher. Die Duisburger Philharmoniker müssen ihr Licht nicht unter den Scheffel stellen, bei den orchestralen Höhepunkten dreht Kober gebührend auf. Ein ...
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Opernwelt November 2020
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 20
von Ekkehard Pluta
Gibt es so etwas überhaupt? Eine «freundliche Einsamkeit» und «amouröse Brisen»? Nun ja, bei Wolfgang Amadé Mozart schon, genauer: in jenem zartgliedrigen, leuchtend-verträumten Accompagnato-Rezitativ aus «Idomeneo», das über einem liegenden A-Dur-Akkord anhebt und in der Folge einen samtenen Teppich aus sordinierten Streichern und Klarinetten webt, darauf die...
«Gleich von unbegrenztem Sehnen/ Wie entfernt von träger Ruh’/ Müsse sich mein Leben dehnen/ Wie ein Strom dem Meere zu ...» Wir wissen nicht, ob Aleksandra Kurzak dieses Gedicht von Friedrich Rückert gelesen hat; gleichwohl könnte es sehr gut als Motto über ihrem neuen Album stehen. Der Titel «Desire», den sie dem Recital gab, mag derlei Assoziationen erlauben,...
Versucht haben es viele. Doch nur eine Dichterin vermochte es, das «Phänomen» in betörende Worte zu kleiden; kaum zufällig ebenfalls eine viel zu früh Verglühte. In ihrer «Hommage à Maria Callas» beschreibt Ingeborg Bachmann die Diva assoluta als eine Künstlerin, die kontinuierlich über sich selbst hinausging und dabei immer auch das Gegenteil von dem war, was sie...
