Wohnzimmertauglich
Glück im Unglück: Eine defekte Sprinkleranlage, die das Duisburger Theater unter Wasser setzte, vereitelte im vergangenen Jahr die Aufführung des 2017 in Düsseldorf begonnenen, mittlerweile komplettierten «Rings» in der Inszenierung von Dietrich Hilsdorf. Doch die Notlösung einer konzertanten Wiedergabe in der benachbarten Mercatorhalle erwies sich dann für den geplanten CD-Mitschnitt in akustischer Hinsicht als ideal – jedenfalls im «Rheingold», das durch eine glückliche Balance zwischen Orchester und Stimmen besticht.
Selten versteht man bei heutigen Aufführungen so viel von Wagners Text, selten hört man einen so transparenten, gut gestaffelten Orchesterklang – zweifellos das Ergebnis einer sorgfältigen Einstudierung. Axel Kober, der auch in Bayreuth schon erfolgreiche Chefdirigent der Deutschen Oper am Rhein, trägt seine Sänger gleichsam auf Händen, nimmt, wo es nötig ist, das Orchester zurück, um dem Drama den Vortritt zu lassen, und erreicht damit ein musikalisches Hörspiel, wie gemacht für die Rezeption am heimischen Lautsprecher. Die Duisburger Philharmoniker müssen ihr Licht nicht unter den Scheffel stellen, bei den orchestralen Höhepunkten dreht Kober gebührend auf. Ein ...
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Opernwelt November 2020
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 20
von Ekkehard Pluta
Wie alle italienischen Festivals, so hat auch Pesaro beschlossen, auf jeden Fall ein (wenngleich reduziertes) Programm anzubieten, mit einer Produktion im Teatro Rossini und verschiedenen Open-Air-Konzerten auf der Piazza del Popolo; dort wurde eine Bühne gebaut, die aufgrund der geltenden Hygieneauflagen 600 statt der üblichen 1000 Besuchern Platz bot. Im Teatro...
Lullys letzte, 1686 uraufgeführte Oper «Armide» überdauerte alle Stürme der Zeit und stand bis 1766 regelmäßig auf dem Spielplan der Pariser Opéra – in freilich zunehmend übergriffiger Bearbeitung, bis ihr schließlich Glucks Opernreform, wie der französischen Tragédie en musique insgesamt, das Lebenslicht ausblies. Als Gluck dann 1777 das Sakrileg beging, Philippe...
Herr Harrison, was war Ihr erster Berufswunsch?
In der Zeit, als ich in London an der Covent Garden Oper als Repetitor engagiert war, habe ich immer davon geträumt, ein großer Dirigent zu werden. Meine damaligen Kollegen und ich fanden uns alle viel begabter als die internationalen Maestri und haben nur auf die Gelegenheit gelauert, ans Pult zu kommen. Na ja,...
