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Ich denke, die Opernhäuser und Orchester, aber auch wir Künstler selbst werden drei bittere Lehren aus der durch Corona erzwungenen Spielpause ziehen müssen:

2) Von allen vollmundig von der Politik angekündigten «unbürokratischen» Corona-Hilfen ist im Gegensatz zur freien Wirtschaft bei den freiberuflichen Künstlern bis heute nur ein Bruchteil angekommen, und das, obwohl praktisch allen Solo-Selbstständigen ihre gesamten Einnahmen auf Monate hinaus wegbrechen und dadurch viele von ihnen gezwungen sind, entweder ihre mühsam angesparte Altersversorgung – soweit vorhanden – anzutasten oder Hartz 4 zu beantragen und dafür zum Teil gar noch aufgefordert werden, ihre Instrumente zu verkaufen.

3) Die deutsche Kreativwirtschaft ist mit über 100 Milliarden Euro Bruttowertschöpfung jährlich der drittgrößte Wirtschaftszweig in Deutschland, ihr «Leuchtturm», unsere weltweit einmalige  Theater- und Orchesterlandschaft ist für die Aufnahme in das immaterielle Unesco-Weltkulturerbe nominiert. Während aber andere Branchen ganz schnell und in beeindruckender Geschlossenheit die Politik unter Druck setzten, fehlt uns eine «schlagkräftige» Einigkeit: Durch Corona driften die immer schon zu ...

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Opernwelt September/Oktober 2020
Rubrik: Thema, Seite 38
von Will Humburg

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«Parsifal» ist Wagners letztes Musikdrama, dem Untertitel nach ein «Bühnenweihfestspiel». Das ominöse Wort lässt sich in heutige Sprache übertragen: Es bezeichnet die spezifische Einheit von Aufführung, Spielstätte und Handlung, auf die es Wagner ankam, und die er auf vielfältige Weise mit Ritualen durchsetzte. Zwischen «Parsifal» und den Bayreuther Festspielen...

Vom Fahrtwind verweht

Michail Glinka war also Antisemit. Und deshalb darf die Berliner U-Bahn-Station «Mohrenstraße» nicht nach der Straße umbenannt werden, in der das Haus liegt, in dem der russische Komponist 1857 starb.

Mit Antisemitismus, Rassismus, Kolonialismus in der Operngeschichte ist es freilich eine vertrackte Sache. In Berlin hält die U-Bahn auch am «Richard-Wagner-Platz»....

Apropos... Wettbewerbe

Frau Bartha, haben Sie sich als angehende Sängerin für Gesangswettbewerbe interessiert?
Als ich in Italien studierte, in den frühen 1970er-Jahren, habe ich das ein paarmal ausprobiert. In zwei Fällen lief es sehr gut, in anderen schlecht. Ich habe dann schnell wieder damit aufgehört. Dieses Schaulaufen war nichts für mich.

Trotzdem: Waren diese Erfahrungen nützlich...