Plurale Identität
Die Oper hat Felix Mendelssohn Bartholdy ein Leben lang beschäftigt. Schon als Kind entwarf er Szenen, die Fragment blieben, aber einen erstaunlich sicheren Umgang mit Stilspezifika des Musiktheaters zeigen. Der Plan einer Lorelei-Oper mit Emanuel Geibel war fortgeschritten und reichte bis in die letzte Lebensmonate. Das Ziel einer großen deutschen Oper hat Mendelssohn immer wieder angesprochen – und es doch nicht erreichen können. So blieb es bei der «Hochzeit des Camacho» des 16-Jährigen. Es ist seine erste und einzige öffentlich zu Lebzeiten gespielte Oper.
Genauer: ein aus Ouvertüre und 18 Nummern bestehendes Singspiel, das von der Forschung kontrovers eingeschätzt wird.
Zu Mendelssohns Opern-Projekten hat Sabine Henze-Döhring in dieser Zeitschrift eine umfangreiche Spurensuche betrieben, die im Jahrbuch 2007 veröffentlicht wurde. Auch im neu erschienenen Mendelssohn-Handbuch wird das Thema diskutiert. Dass es nur vordergründig um die Suche nach einem geeigneten Libretto ging, steht außer Frage. Ebenso, dass Mendelssohn das Desiderat klar erkannt hatte. Im Stil des von ihm hoch geschätzten Weber weiterzumachen, war unmöglich. Dazu hatte sich der Zeitgeschmack zu schnell ...
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Opernwelt September/Oktober 2020
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 27
von Stephan Mösch
Herr Williams, Sie haben als Musiklehrer angefangen ...
Mein Vater war Geschäftsmann. Profi-Musiker kamen in unserer Welt nicht vor. Natürlich hörte ich sie im Radio oder sah sie im Fernsehen, aber ich ging davon aus, dass sie das zum Spaß machen – denn was könnte Musik anderes sein?
Dabei waren Sie doch selbst, wie fast alle Sänger in Großbritannien, schon im...
Herr Cencic, was macht Ihnen mehr Angst – eine Infektion oder die Situation der Kulturszene?
Ich habe keine Angst vor einer Infektion. Wenn es einen erwischt, dann hat man halt Pech gehabt. Ich würde es natürlich nicht gern sehen, dass wir diese Ausnahmesituation bis September haben. Die Maßnahmen sind notwendig, ganz klar. An sich finde ich die Einschränkungen...
«Parsifal» ist Wagners letztes Musikdrama, dem Untertitel nach ein «Bühnenweihfestspiel». Das ominöse Wort lässt sich in heutige Sprache übertragen: Es bezeichnet die spezifische Einheit von Aufführung, Spielstätte und Handlung, auf die es Wagner ankam, und die er auf vielfältige Weise mit Ritualen durchsetzte. Zwischen «Parsifal» und den Bayreuther Festspielen...
