Plurale Identität

Das von Christiane Wiesenfeldt herausgegebene Handbuch zu Felix Mendelssohn Bartholdy porträtiert den Komponisten und sein Werk jenseits aller formelhaften Verkürzungen

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Die Oper hat Felix Mendelssohn Bartholdy ein Leben lang beschäftigt. Schon als Kind entwarf er Szenen, die Fragment blieben, aber einen erstaunlich sicheren Umgang mit Stilspezifika des Musiktheaters zeigen. Der Plan einer Lorelei-Oper mit Emanuel Geibel war fortgeschritten und reichte bis in die letzte Lebensmonate. Das Ziel einer großen deutschen Oper hat Mendelssohn immer wieder angesprochen – und es doch nicht erreichen können. So blieb es bei der «Hochzeit des Camacho» des 16-Jährigen. Es ist seine erste und einzige öffentlich zu Lebzeiten gespielte Oper.

Genauer: ein aus Ouvertüre und 18 Nummern bestehendes Singspiel, das von der Forschung kontrovers eingeschätzt wird.

Zu Mendelssohns Opern-Projekten hat Sabine Henze-Döhring in dieser Zeitschrift eine umfangreiche Spurensuche betrieben, die im Jahrbuch 2007 veröffentlicht wurde. Auch im neu erschienenen Mendelssohn-Handbuch wird das Thema diskutiert. Dass es nur vordergründig um die Suche nach einem geeigneten Libretto ging, steht außer Frage. Ebenso, dass Mendelssohn das Desiderat klar erkannt hatte. Im Stil des von ihm hoch geschätzten Weber weiterzumachen, war unmöglich. Dazu hatte sich der Zeitgeschmack zu schnell ...

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Opernwelt September/Oktober 2020
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 27
von Stephan Mösch

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Sie könnte die musikalische Gattung der Stunde sein. Weil sie den Menschen in nicht gerade einfachen Zeiten ein bisschen Ablenkung verschaffte, im besten Fall Unterhaltung auf hohem Niveau. Und weil sie immer flexibel auf die jeweiligen Gegebenheiten zu reagieren, sich ihnen anzupassen wusste. Diese Flexibilität zeichneten die Operette und ihre Macher von jeher...

Apropos... Wettbewerbe

Frau Bartha, haben Sie sich als angehende Sängerin für Gesangswettbewerbe interessiert?
Als ich in Italien studierte, in den frühen 1970er-Jahren, habe ich das ein paarmal ausprobiert. In zwei Fällen lief es sehr gut, in anderen schlecht. Ich habe dann schnell wieder damit aufgehört. Dieses Schaulaufen war nichts für mich.

Trotzdem: Waren diese Erfahrungen nützlich...

Eindlich einzusehen – teilweise

Man mag es immer noch nicht glauben: Seit Herbst 2019 sind die Skizzen und Entwürfe aus Giuseppe Verdis Nachlass im Staatsarchiv von Parma zugänglich. Zwar bleiben die von der römischen Regierung in einer überraschenden Aktion im Frühjahr 2017 sichergestellten Originale im Tresor. Doch wer vor dem Corona-Shutdown nach Parma gekommen war, konnte am Bildschirm Scans...