«Wir können nicht einfach auf Turbo schalten»
Frau Breedt, Sie sind leidenschaftliche Golferin. Was hat dieser Sport eigentlich mit dem Singen zu tun?
Viel! Golfen bedeutet kontrolliertes Loslassen. Erforderlich ist ein genauer Bewegungsablauf ohne zu viel Kraftaufwand, vor allem aber die richtige Balance. Wenn man sich beim Schlag zu sehr versteift, fliegt der Ball nicht richtig. Und wenn man beim Singen zu sehr verkrampft, kommt eben der Ton auch nicht wie gewünscht heraus. Manche finden dieses kontrollierte Loslassen schnell, manche müssen es sich erkämpfen.
Immer diese Balance zu finden – daran muss man ein ganzes Sängerleben lang arbeiten.
Kamen Sie auf direkten Weg zum Gesang?
In meiner südafrikanischen Heimat wollte ich eigentlich in die Forschung gehen – Biologie oder Medizin. Meine erste Oper habe ich erst zu Beginn meines Studiums gesehen. Singen, das hatte für mich als Pfarrerstochter mit Kirchenliedern und Gemeinde zu tun. Gut, meine Eltern besaßen eine große Plattensammlung, beide konnten gut singen, doch das nächste Opernhaus war weit weg. Musik war nichts Hochheiliges, man machte das einfach. Mein Vater musste oft zu entlegenen Gemeinden reisen, da haben wir im Auto viel Musik gehört. Irgendwann hörte mich eine ...
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Opernwelt September/Oktober 2015
Rubrik: Interview, Seite 36
von Markus Thiel
Darüber, ob Franziska Martienßen-Lohmann (1887–1971) die bedeutendste Gesangspädagogin des 20. Jahrhunderts war, kann man streiten. Der Superlativ hat etwas Zwanghaftes. Dass sie die einflussreichste Gesangslehrerin des Jahrhunderts war, steht dagegen außer Zweifel. Durch ihre sechs, oft in mehreren Auflagen erschienenen Bücher sowie durch zahlreiche Aufsätze,...
Nicht einmal zweieinhalb Minuten toben die Naturgewalten. Tastendonner aus Subkontra-Zonen. Gespenstisch, gewitterdunkel weht es von Streichern. Schlagwerk und Gitarre heizen die Atmosphäre auf. Bald erreichen die Klangböen Orkanstärke. Es prasselt, rauscht, dröhnt und faucht, als riefe der Herrgott zum Jüngsten Gericht. Dann drehen die rasenden Kräfte ab, so...
Von der Londoner Wigmore Hall zum Burlington House braucht es kaum eine halbe Stunde gemütlichen Spaziergangs. Alljährlich beherbergt Letzteres die Sommerausstellung der Royal Academy of Arts, und das seit 247 Jahren. Die Show ist einzigartig in ihrer Mixtur aus Werken professioneller und dilettierender Künstler (12 000 Bewerbungen hat die in diesem Jahr von...
