Wie aus dem Feuerkessel
Ein Komponist, der einem zwar in musikwissenschaftlichen Seminaren begegnet, von dem die meisten aber nur die wenigen Aufnahmen der Callas (darunter den akustisch fragwürdigen Mitschnitt von Luchino Viscontis Scala-Produktion der «Vestale» 1954) kennen. Gaspare Spontini, 1774 nahe Pergolesis Heimat in den Marken geboren, existierte vor allem als streng dreinblickendes Konterfei mit Vatermörder und Pour-le-Mérite-Orden, der ihm als preußischem Generalmusikdirektor verliehen wurde. Daran hat sich wenig geändert.
Noch heute gibt es die wenigsten seiner musik-historisch relevanten Opern am Übergang von Glucks Musiktragödien zu Meyerbeers Grand Opéra («La vestale», «Fernand Cortez», «Olympie», «Agnes von Hohenstaufen») in modernen Aufnahmen; noch spröder zeigen sich die Häuser mit Neuinszenierungen, die Spontinis Bühnenwirksamkeit unter Beweis stellen könnten.
Dass er sein Handwerk beherrschte; dass er Szenen in großen Bögen auf einen dramatischen coup de foudre hin entwerfen konnte, die Sänger mit grandiosen Arien in den dramatischen Fluss einzufädeln und in erhabenen Ensemble-Chor-Tableaus auf dem Altar des Schicksals zu opfern verstand, stellte die Brüsseler Neuproduktion von «La ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Dezember 2015
Rubrik: Panorama, Seite 37
von Michael Struck-Schloen
Das Stück zieht sich immer wieder die Maske eines verbindlichen Lächelns über. Doch dahinter zeigt Monteverdis Altersoper «L’incoronazione di Poppea» ihr wahres Gesicht – und das trägt die Züge von Willkür, Tücke, Zynismus, Grausamkeit. Ein weit angelegter Bilderbogen menschlichen (Miss-)Verhaltens aus der Perspektive des Eros. Dabei versagt sich das Werk – mancher...
Die Piazza Vittorio liegt in der Nähe des Hauptbahnhofs, im größten multiethnischen Viertel Roms. Vor allem für ihren großen Markt ist sie bekannt, wo man Lebensmittel und Gewürze aus aller Welt bekommt. Seit 2002 trägt auch ein Orchester ihren Namen. Die Mitglieder stammen aus zehn verschiedenen Ländern, sprechen neun verschiedene Muttersprachen. Ihre...
Am Ende holt ihn der eigene Alptraum ein: Baculus liegt in seinem Blut, erschossen wegen eines angeblich gewilderten Rehbocks! Von einem Doppelgänger verfolgt fühlt sich der Schulmeister schon in der Ouvertüre, schlussendlich erliegt er wohl der eigenen Fantasie. Zwischen Anfang und Ende dieser lang ersehnten, seit 43 Jahren ersten Dresdner Neuproduktion des...
