Skurril, urgewaltig
Die Piazza Vittorio liegt in der Nähe des Hauptbahnhofs, im größten multiethnischen Viertel Roms. Vor allem für ihren großen Markt ist sie bekannt, wo man Lebensmittel und Gewürze aus aller Welt bekommt. Seit 2002 trägt auch ein Orchester ihren Namen. Die Mitglieder stammen aus zehn verschiedenen Ländern, sprechen neun verschiedene Muttersprachen. Ihre musikalischen Wurzeln haben sie in der Klassik wie in Rock, Jazz und Weltmusik und ein entsprechendes Instrumentarium.
Ihre «Zauberflöte» wurde in Europa (unter anderem beim Festival in Aix-en-Provence und beim Mannheimer Mozartsommer) und in Bahrain mehr als 200-mal gespielt. Auch mit zwei eigenen Kreationen ist das Ensemble bereits hervorgetreten. Zur Spielzeiteröffnung der Accademia Filarmonica Romana hat das Orchestra di Piazza Vittorio jetzt seine neue Version von Georges Bizets «Carmen» vorgestellt.
Wie bei allen Produktionen spielen, tanzen und singen (akustisch verstärkt) die Musiker auch hier die Solopartien. Ensemblegründer Mario Tronco hat gemeinsam mit Pianist und Hauptarrangeur Leandro Piccioni die Handlung auf 90 Minuten gekürzt, dazu eine aktuelle Lesart des Stoffs gewählt und gleichzeitig das Problem gelöst, diese ...
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Opernwelt Dezember 2015
Rubrik: Magazin, Seite 84
von Sabine Radermacher
Die Frage stellt sich immer wieder: Kann man Händels Oratorien als Musiktheater behandeln? Oder sind sie doch auf der Konzertbühne besser aufgehoben? Dass seine späten Werke – und dazu gehört «Theodora» – bühnentauglich sind, bewies Peter Sellars 1996 in Glyndebourne auf unvergessliche Weise. Die biblische Erzählung wurde bei ihm zum allgemeingültigen Drama. Dawn...
Das ist keine Prahlerei, das ist ein Liebesgeständnis: Der Dirigent Michael Schønwandt kennt «Maskarade» von Carl Nielsen auswendig – und zwar «seit ich zehn Jahre alt bin», erzählte er Ende April bei dänischem Bier im Kopenhagener «Tivoli». Und wie man Nielsen im Orchester spielen muss, hat er bei der Gelegenheit auch erklärt: «Nicht zu dick. Dann klingt er wie...
Jubilare
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