Wichtige (Wieder-)Aufführungen der Saison

Opernwelt - Logo

Weder das Stück noch sein Schöpfer sind allzu bekannt. Allein deswegen war es eine Großtat des Pariser Théâtre du Châtelet, die Operette Vlan dans loeil von Hervé (der mit bürgerlichem Namen Louis Auguste Florimond Ronger hieß) in einer kecken, fulminant komischen Inszenierung in Paris zu präsentieren.

«Pierre-André Weitz’ Regie addiert in eigener Ausstattung Märchenwald, Jahrmarkt, Kasperletheater, Horror und Klamauk, lässt im Geisterwald monsterhaft Maurice Sendaks ‹Wilde Kerle› umgehen, überhöht die Schießbude mit Glühbirnengirlanden, glitzernden Revuerädern, zeigt Fotos von Callas und Zarenfamilie, lässt Wagner als Dudelsackspieler flanieren und serviert schrille Transvestitennummern. Und die Liebesszenen schwanken zwischen Innigkeit und Lächerlichkeit, wie auch die Bürger, Jäger und Höhergestellten entindividualisierte Ausgeburten eines Kuriositätenkabinetts liefern.»
(OW 8/2021)

Diese Frau war uns zuvor kaum je begegnet. Und ihr Schöpfer, der italienische Komponist Ruggero Leoncavallo natürlich vor allem seiner «Pagliacci» wegen bekannt. Dem Theater an der Wien war es zu danken, dass es im September 2020 dessen Commedia lirica Zazà präsentierte, mit der fabelhaften Svetlana ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Jahrbuch 2021
Rubrik: Umfrage Kritikerstatements, Seite 110
von Red.

Weitere Beiträge
Berühmte Briefe in der Oper

Wien, im Jahre 1936. An seinem 50. Geburtstag erhält Sektionschef Leonidas einen Brief. Geschrieben hat ihn Vera Wormser, seine ehemalige Geliebte, die ihn darin um Hilfe bittet. Vera ist Jüdin, ihr Sohn in Gefahr, Leonidas einflussreich genug, damit Schlimmeres verhindert werden kann. Franz Werfels 1941 publizierte Erzählung «Eine blassblaue Frauenschrift» ist...

Warten auf Godot

Das öffentliche Interesse war enorm, als Markus Gabriel, damals der neue Star am deutschen Philosophenhimmel, 2013 ein Buch mit dem Titel «Warum es die Welt nicht gibt» schrieb. Allein die Vorstellung, diese Welt, wie wir sie kennen, existiere nicht, sorgte für erheblichen Diskussionsstoff. Dass Gabriels Theorem, das natürlich ein trick­reiches war, weil es nur...

Wen interessiert schon Kultur?

Das Publikum in Fußballstadien unterscheidet sich in einem wesentlichen Punkt von demjenigen in Opernhäusern: Es versteht in aller Regel viel, viel mehr von dem, um was es geht.

Im Jahr zwei nach des Corona-Virus Geburt kam nun ziemlich unerwartet eine weitere wesentliche Unterscheidung hinzu: Fußball darf, Theater nicht. Die Frage nach der gesellschaftlichen...