Wichtige Sängerinnen und Sänger der Saison

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Christian Gerhaher gelingt als Monteverdis Orfeo in David Böschs Inszenierung am Münchner Prinzregententheater «die stufenlose Entwicklung des Klangs aus der Sprechstimme, ... das überlegte und überlegene Nuancieren, auch das heldische Zupacken: Mit einem Suchen nach barocker Phrasierungspraxis hat das weniger zu tun, sondern ... mit Wahrhaftigkeit» (OW 9-10/2014).



In «Manon Lescaut», von Hans Neuenfels an der Bayerischen Staatsoper inszeniert, «schmalzt» Jonas Kaufmann Des Grieux’ Auftrittskavatine «wie ein crooner», «um in den großen Duetten die dramatischen Facetten seines abgedunkelten, manierismenfrei strömenden Tenororgans zu entfalten» (OW 1/2015).

Als Marschallin in Harry Kupfers Salzburger «Rosenkavalier» lotet Krassimira Stoyanova «Untiefen und Tiefen aus, als singe sie ihre Paraderolle – dabei bewegt sie sich in Neuland mit dieser Partie. Nicht nur im Zeit-Monolog blüht die Stimme auf, jeder Ton zeugt von innerer Freiheit, wissender Wehmut» (OW 9-10/2014).
 

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Opernwelt Jahrbuch 2015
Rubrik: Bilanz des Jahres, Seite 110
von

Weitere Beiträge
«Ich hatte Glück im Leben, von Anfang an»

Noch immer hat niemand die Lücke geschlossen, die sie nach ihrem Abschied von der Opernbühne 1997 hinterließ. Welche Sopranistin reicht heute an ihre Vitellia, Abigaille oder Leonora heran? Fast vergessen ist, dass Julia Varady sich auch vehement für Musik des 20. Jahrhunderts einsetzte. Davon zeugt nicht zuletzt ein CD-Recital mit Liedern von Kodály, Bartók,...

Wichtige Regisseure der Saison

Strauss’ «Daphne» (mit Agneta Eichenholz in der Titelpartie) verortet Christof Loy «in einem Klima kaum mehr nur latenter Gewalt und permanenter männlicher Brunft» (OW 4/2015). Was am Theater Basel zu besichtigen war, «kann man das Prinzip Loy nennen. Es ist das Prinzip Verknappung, das Prinzip Andeutung.»

«Die Sache mit der großen Liebe, der wahren, alles...

Wichtige Wiederentdeckungen der Saison

Niccolò Jommelli (1714-1774) «mischte italienische und französische Elemente nicht mehr oder weniger, sondern anders als Gluck und Traetta – nur dass Gluck besser auf der Klaviatur der Medien spielte und sich gezielter international vermarketete» (OW 4/2015). Zu Jommellis 200. Geburtstag setzten Jossi Wieler und Sergio Morabito an der Oper Stuttgart «Berenike,...