Wichtige Sängerinnen und Sänger der Saison

Christian Gerhaher gelingt als Monteverdis Orfeo in David Böschs Inszenierung am Münchner Prinzregententheater «die stufenlose Entwicklung des Klangs aus der Sprechstimme, ... das überlegte und überlegene Nuancieren, auch das heldische Zupacken: Mit einem Suchen nach barocker Phrasierungspraxis hat das weniger zu tun, sondern ... mit Wahrhaftigkeit» (OW 9-10/2014).



In «Manon Lescaut», von Hans Neuenfels an der Bayerischen Staatsoper inszeniert, «schmalzt» Jonas Kaufmann Des Grieux’ Auftrittskavatine «wie ein crooner», «um in den großen Duetten die dramatischen Facetten seines abgedunkelten, manierismenfrei strömenden Tenororgans zu entfalten» (OW 1/2015).

Als Marschallin in Harry Kupfers Salzburger «Rosenkavalier» lotet Krassimira Stoyanova «Untiefen und Tiefen aus, als singe sie ihre Paraderolle – dabei bewegt sie sich in Neuland mit dieser Partie. Nicht nur im Zeit-Monolog blüht die Stimme auf, jeder Ton zeugt von innerer Freiheit, wissender Wehmut» (OW 9-10/2014).
 

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Opernwelt Jahrbuch 2015
Rubrik: Bilanz des Jahres, Seite 110
von

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Die Zäune zwischen «absoluter» und «angewandter» Musik, also auch der für die Bühne, trennen seit je sogar die Komponisten. Assoziiert man die einen, fast reflexhaft, mit Oper: Monteverdi, Lully, Weber, Rossini, Donizetti, Verdi, Puccini, Bizet, Gounod, Massenet, Offenbach, so die anderen mit instrumentalen Genres: Scarlatti, Paganini, Chopin, Brahms, Bruckner,...

Wichtige Wiederentdeckungen der Saison

Niccolò Jommelli (1714-1774) «mischte italienische und französische Elemente nicht mehr oder weniger, sondern anders als Gluck und Traetta – nur dass Gluck besser auf der Klaviatur der Medien spielte und sich gezielter international vermarketete» (OW 4/2015). Zu Jommellis 200. Geburtstag setzten Jossi Wieler und Sergio Morabito an der Oper Stuttgart «Berenike,...

Vollendung ist Anmaßung

Wenige haben den Diskurs über Oper und Musiktheater heute während der letzten drei Jahrzehnte stärker geprägt als er. Mit Adorno, Heidegger und Derrida im Hinterkopf, begriff Klaus Zehelein künstlerisches Handeln stets als reflektierte Auseinandersetzung mit der Gegenwart des Vergangenen und der Geschichtlichkeit des Gegenwärtigen. Angefangen hat er als junger...