Wichtige Sängerinnen und Sänger der Saison
Die Inszenierungen, in denen sie auftrat, besaßen wenig oder gar keine Sprengkraft.
Umso mehr durfte man sich an der vokalen Virtuosität erfreuen, die Anna Netrebko versprühte – als Maddalena di Coigny im Mailänder «Andrea Chénier», wo sie für «die einsam hohe Kunst der cremigen Phrasierung, hell-licht schwebende Spitzentöne, glühende Piani und gutturale Versenkung in vorgeformte Abgründe» gefeiert wurde (OW 2/2018); als Tosca an der Met, als Adriana Lecouvreur an der Wiener Staatsoper sowie als Lady Macbeth in Verdis Shakespeare-Vertonung an der Berliner Lindenoper – Gesang als «Demonstration ihrer immensen Möglichkeiten» (OW 8/2018)
Das Lob war einhellig. Hier stand – für einige mutige Minuten sogar so, wie Gott sie schuf – eine Sängerdarstellerin auf der Bühne, die sämtliche Facetten der Rolle erfasste. Als Titelfigur in Erich Wolfgang Korngolds «Das Wunder der Heliane» an der Deutschen Oper Berlin (der «Wiederentdeckung des Jahres») feierte Sara Jakubiak ihren bislang größten Erfolg. Was an der durchdachten Inszenierung von Christof Loy lag, mehr aber noch an ihrer glänzenden Darstellung. «Sara Jakubiak kommt hier zu sich selbst, flutet den Raum mit teils kühlen, quasi ...
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Mit dem Ende des Ersten Weltkriegs war die alte Ordnung Europas passé. Es folgten Jahre der sozialen und politischen Polarisierung. Auch über die Zukunft der Künste wurde erbittert gestritten. Nicht nur in der Oper hatte der Um- und Aufbruch natürlich schon vorher begonnen. Gibt manches Werk, damals uraufgeführt und heute wieder in den Blick genommen, Aufschluss...
Die Ersten waren sie nicht an der Deutschen Oper Berlin. Das «Wunder der Heliane», Erich Wolfgang Korngolds lange geschmähtes opus maximum, wieder ganz groß herauszubringen – dieser Aufgabe hatte sich das kleine Pfalztheater in Kaiserslautern bereits 2010 gestellt. Auch der Opera Vlaanderen war das überbordende Werk unlängst einen szenischen Wiederbelebungsversuch...
Ohne den dunklen Gevatter funktionierte diese Forschung früher nicht. Sehr genaue, anatomisch weitgehend korrekte Zeichnungen konnte Leonardo da Vinci im 15. Jahrhundert anfertigen, von der Zunge, vom Rachen, vom Kehlkopf. Doch vor der Niederschrift seiner Forschung samt Illustrationen stand die Arbeit mit dem Messer. Das Universalgenie schnitt die Hälse...
