Wichtige Sänger und Sängerinnen der Saison
Der unbeugsame Wille zur Macht wird ihm zum Verhängnis. Schon bei Shakespeare. Und ebenso in Giuseppe Verdis Vertonung, einem der dunkelsten Stücke aus der Feder des italianischen Komponisten. Macbeth wird letzlich Opfer seiner (Macht-)Fantasien. Wenn man Luca Salsi an der Wiener Staatsoper erlebt hat, weiß man, wie nahe er dem Irrsinn dabei kommt.
Salsi entpuppt sich in Barrie Koskys düsterer Inszenierung als «herausragender Sängerdarsteller, dessen anfänglich bärenstarker Bariton mit jeder Minute verzweifelter und brüchiger klingt, bis er schließlich nurmehr eine Erinnerung an jenen stolzen Krieger ist, der König Duncans treuer Diener einmal war. Besonders ausdrucksstark gelingt – auch dank der fulminanten, rhythmisch funkelnden musikalischen Charakterisierung durch Dirigent Philippe Jordan und seine Musiker – die Bankettszene des dritten Aktes». (OW 8/2021)
Die Rolle scheint wie gemacht für sie. Massenets Manon ist jener Stern, der erst am Firmament erscheint wie eine alles überstrahlende Verheißung, um dann in den Niederungen menschlicher Intrigen zu verglühen. Elsa Dreisig verkörpert diese Partie an der Hamburger Staatsoper so unfassbar gut, dass man sogar die mediokre ...
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Opernwelt Jahrbuch 2021
Rubrik: Umfrage Kritikerstatements, Seite 98
von Red.
Blicken wir zurück. Am 14. März 2020 feierte die English National Opera (ENO) die Premiere einer Neuproduktion von Mozarts «Le nozze di Figaro». Bereits die zweite Vorstellung wurde gestrichen, ebenso der Rest der Spielzeit. Das Royal Opera House (ROH) brachte am 1. März 2020 einen umjubelten neuen «Fidelio» heraus. Nach sechs weiteren Vorstellungen fiel die...
Das Erschreckende in der vergangenen Spielzeit war für mich die Irrelevanz quasi des gesamten Kulturbetriebs. Systemrelevanz? Fehlanzeige! Das sah beziehungsweise sieht man auch jetzt noch, selbst bei begrenzter Platzauslastung bleiben erhebliche Teile des früheren Publikums weg.
Ein weiterer Schock: wie ungelenk manche Häuser und Institutionen mit der Krise...
Taugt die Krise als Pflicht und Chance, es alsbald anders zu machen? Drei Beispiele des Gelingens in einer nur scheinbar gescheiterten Spielzeit: Mit Händels «Tolomeo» transzendiert Regisseur Anthony Pilavachi das Artifizielle barocker Operngestik und das derzeitige Distanzgebot am Theater Lübeck, zu Saisonbeginn noch mit echtem Publikum im Saal, zu berührendem...
