Wichtige Sänger und Sängerinnen der Saison
Der unbeugsame Wille zur Macht wird ihm zum Verhängnis. Schon bei Shakespeare. Und ebenso in Giuseppe Verdis Vertonung, einem der dunkelsten Stücke aus der Feder des italianischen Komponisten. Macbeth wird letzlich Opfer seiner (Macht-)Fantasien. Wenn man Luca Salsi an der Wiener Staatsoper erlebt hat, weiß man, wie nahe er dem Irrsinn dabei kommt.
Salsi entpuppt sich in Barrie Koskys düsterer Inszenierung als «herausragender Sängerdarsteller, dessen anfänglich bärenstarker Bariton mit jeder Minute verzweifelter und brüchiger klingt, bis er schließlich nurmehr eine Erinnerung an jenen stolzen Krieger ist, der König Duncans treuer Diener einmal war. Besonders ausdrucksstark gelingt – auch dank der fulminanten, rhythmisch funkelnden musikalischen Charakterisierung durch Dirigent Philippe Jordan und seine Musiker – die Bankettszene des dritten Aktes». (OW 8/2021)
Die Rolle scheint wie gemacht für sie. Massenets Manon ist jener Stern, der erst am Firmament erscheint wie eine alles überstrahlende Verheißung, um dann in den Niederungen menschlicher Intrigen zu verglühen. Elsa Dreisig verkörpert diese Partie an der Hamburger Staatsoper so unfassbar gut, dass man sogar die mediokre ...
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Opernwelt Jahrbuch 2021
Rubrik: Umfrage Kritikerstatements, Seite 98
von Red.
Laut Michael Spitzer, Autor des vielbeachteten Buches «The Musical Human», das im vergangenen April erschienen ist, geht die Geburt des Rhythmus 165 Millionen Jahre zurück; vor 66 Millionen Jahren erschien die erste Melodie, und 40.000 Jahre sind vergangen, seit der Homo sapiens das erste Musikinstrument gebaut hat. Es ist also nicht verwunderlich, wenn uns ein...
Ja, manchmal bringt es mich schon um den Schlaf, wenn ich nachts über die Situation der Kunstform Oper nachdenke. Hat die Pandemie problematische Entwicklungen noch zugespitzt? Was hat die Saison 2020/21 gebracht? In Erinnerung bleibt das wilde Glücksgefühl, als nach erstem Lockdown der Vorhang tatsächlich hochging und Musiktheater wieder live zu erleben war....
«Ihre Art entspricht so sehr der meinen, wir sind füreinander geboren und werden sicher Schönes zusammen leisten, wenn Sie mir treu bleiben …» Dieses schrieb nicht etwa, errötend, ein Jüngling seiner Angebeteten ins Stammbuch. Sondern ein pragmatischer, als hemdsärmelig geltender Komponist, von Thomas Manns Adrian Leverkühn als «begabter Kegelbruder» bezeichnet, im...
