Wichtige Sänger und Sängerinnen der Saison
Der unbeugsame Wille zur Macht wird ihm zum Verhängnis. Schon bei Shakespeare. Und ebenso in Giuseppe Verdis Vertonung, einem der dunkelsten Stücke aus der Feder des italianischen Komponisten. Macbeth wird letzlich Opfer seiner (Macht-)Fantasien. Wenn man Luca Salsi an der Wiener Staatsoper erlebt hat, weiß man, wie nahe er dem Irrsinn dabei kommt.
Salsi entpuppt sich in Barrie Koskys düsterer Inszenierung als «herausragender Sängerdarsteller, dessen anfänglich bärenstarker Bariton mit jeder Minute verzweifelter und brüchiger klingt, bis er schließlich nurmehr eine Erinnerung an jenen stolzen Krieger ist, der König Duncans treuer Diener einmal war. Besonders ausdrucksstark gelingt – auch dank der fulminanten, rhythmisch funkelnden musikalischen Charakterisierung durch Dirigent Philippe Jordan und seine Musiker – die Bankettszene des dritten Aktes». (OW 8/2021)
Die Rolle scheint wie gemacht für sie. Massenets Manon ist jener Stern, der erst am Firmament erscheint wie eine alles überstrahlende Verheißung, um dann in den Niederungen menschlicher Intrigen zu verglühen. Elsa Dreisig verkörpert diese Partie an der Hamburger Staatsoper so unfassbar gut, dass man sogar die mediokre ...
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Opernwelt Jahrbuch 2021
Rubrik: Umfrage Kritikerstatements, Seite 98
von Red.
Sein Ruhm wird nur durch ein Stück begründet: «Samson et Dalila». Doch das 100. Todesjahr von Camille Saint-Saëns, der als Sechsundachtzigjähriger am 16. Dezember 1921 in Algier starb, hätte auch in deutschen Landen ein Jahr der musikalischen und szenischen Neuerprobung einiger seiner anderen, fast vergessenen Opern werden sollen und können: «Déjanire» (konzertant)...
Die Bühne war ihm schon als Kind Sehnsuchtsort. Dort wollte er hin und den lieben langen Tag im Grunde nur eines tun: spielen, spielen, spielen. So war es fast zwangsläufig, dass Jürgen Flimm, geboren in Gießen, aufgewachsen in Köln, früh begabt auch als Autor, zum Theater kam, wo er sich als Regisseur, zunächst im Schauspiel, einen großen Namen machte, vor allem...
«Damit ein Ereignis Größe habe», schrieb Friedrich Nietzsche über Richard Wagner in Bayreuth, «muss zweierlei zusammenkommen: der große Sinn derer, die es vollbringen, und der große Sinn derer, die es erleben.» Das Verblüffende an diesem Satz ist, dass er sich nicht nur auf die ersten Festspiele 1876 beziehen lässt. Sondern auch – und zwar ausgerechnet im...
