Barock in Bayreuth
«Damit ein Ereignis Größe habe», schrieb Friedrich Nietzsche über Richard Wagner in Bayreuth, «muss zweierlei zusammenkommen: der große Sinn derer, die es vollbringen, und der große Sinn derer, die es erleben.» Das Verblüffende an diesem Satz ist, dass er sich nicht nur auf die ersten Festspiele 1876 beziehen lässt. Sondern auch – und zwar ausgerechnet im Corona-Sommer 2020, wo erstmals seit der Wiedereröffnung 1951 nach dem Zweiten Weltkrieg die Wagner-Festspiele ausfallen mussten – auf eine weitere Festspielgründung in der Festspielstadt.
Was der Sänger, Regisseur und Intendant Max Emanuel Cenčić sowie seine Mitstreiterinnen und Mitstreiter im künstlerischen, organisatorischen und finanziellen Bereich geleistet haben, um «Bayreuth Baroque» zu realisieren, kann gar nicht genug gerühmt werden. Denn unter extrem schwierigen Bedingungen ist ein Festival entstanden, das dem 1748 eröffneten Markgräflichen Opernhaus endlich genau das gibt, was dem inzwischen vorbildlich restaurierten barocken Weltkulturerbe-Bau viele Jahrzehnte lang gefehlt hat: ein ästhetisch, inhaltlich und künstlerisch überzeugendes Veranstaltungsformat, bei dem das aus denkmalpflegerischen Gründen fast nur noch ...
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Opernwelt Jahrbuch 2021
Rubrik: Umfrage Kritikerstatements, Seite 93
von Monika Beer («Fränkischer Tag», «takt1», Bamberg)
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