West Bank Story
Was an Francesco Provenzales neapolitanischer Buffa «La Stellidaura vendicante» («Die sich rächende Stellidaura», 1674) fasziniert, ist neben der punktuell eleganten instrumentalen Umsetzung der nur skizzenhaft notierten Musik (Gesang und Bass in den Vokal-, dreistimmiger Satz ohne Instrumentationsangaben) durch die Academia Montis Regalis der Umstand, dass es ein Werk des Übergangs ist. Die langen Monologe sind im Stil Cavallis Satz für Satz als arios beschwingte Rezitative komponiert und durch Ritornelle verbunden.
Erstaunlicherweise werden dann aber die Anfangsteile am Ende refrainartig wiederholt, sodass eine ABA-Form entsteht. Später, wenn sich das Arioso vollkommen vom Text löst, entsteht daraus die Da-capo-Arie. In Alessandro de Marchis Live-Mitschnitt von den Innsbrucker Festwochen der Alten Musik (siehe OW 11/2012, auch 12/1997) kann der historisch interessierte Hörer also ihrer Geburt beiwohnen. Bei Provenzale hört man deutlich, dass sie der Freude am neapolitanischen Volkslied entspringt.
Leider ist die Handlung des 160-Minüters vollkommen uninteressant. Zwei Männer balgen sich um die Titelheldin. Bald ist von nichts anderem als von Gift und Dolch die Rede. Nur glaubt ...
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Opernwelt September/Oktober 2013
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 48
von Boris Kehrmann
Bis auf den «Fliegenden Holländer» ist der Katalog der großen Werke Wagners bei dem von Ádám Fischer vor acht Jahren initiierten Festival «Wagner in Budapest» jetzt vollständig: Mit den «Meistersingern von Nürnberg» feierte die ungarische Hauptstadt den 200. Geburtstag des Meisters. Dank Schwiegervater Franz Liszt und seiner ungarischen Mitstreiter galt Budapest ja...
arte
1.9. – 12.30 Uhr (Teil 5)
8.9. – 12.30 Uhr (Teil 6)
Wagner versus Verdi.
Dokumentation. 5. Der Gesang. Film von Thomas Macho.
6. ... und wie ihre Musik wirkt. Mit Christian Thielemann, Rolando Villazón, Gwyneth Jones, Elio Bataglia, Konstantin Wecker, Christian Brandauer u. a.
1.9. – 16.55 Uhr
Ein Stück von meiner Seele.
Dokumentation von Annette Schreier über Sol...
Welch ein Finale! Ein berückendes Streicherflirren, ein opalisierendes Flimmern, ein Farbenfunkeln im verschwebenden Pianissimo, unterwegs ins Wesenlose. Lautenklang mischt sich drein, Schalmeienton, Oboenkringel, vor allem aber die altertümlich, ja, fast exotisch wirkende Viola pomposa. Und: Frauenstimmen von fern. Ein immerzu changierendes Band der Tonpoesie....
