Hyper-Verismo

Das Freiburger Theater macht sich konzertant für Raritäten stark: Fabrice Bollon dirigiert Riccardo Zandonais «Francesca da Rimini»

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Welch ein Finale! Ein berückendes Streicherflirren, ein opalisierendes Flimmern, ein Farbenfunkeln im verschwebenden Pianissimo, unterwegs ins Wesenlose. Lautenklang mischt sich drein, Schalmeienton, Oboenkringel, vor allem aber die altertümlich, ja, fast exotisch wirkende Viola pomposa. Und: Frauenstimmen von fern. Ein immerzu changierendes Band der Tonpoesie. Debussy, denkt man, Richard Strauss bisweilen, auch Schreker, Mascagni, selbst Wagner. Der verzehrend schöne erste Aktschluss von Riccardo Zandonais «Francesca da Rimini» ist’s.

Paolo der Schöne erscheint, um für seinen zerschossenen, lahmenden Bruder Gianciotto bei der Titelheldin zu werben. Und singt kein einziges Wort. Eine Pantomime, bevor die Tragödie um Liebe, Eifersucht, Verrat und Mord ihren Lauf nimmt. Fabrice Bollon und das Philharmonische Orchester Freiburg breiten die singuläre Szene mit aller nur denkbaren Behutsamkeit aus. Man ist weit gekommen miteinander.

Am Anfang war Marek Janowski. Als er – 41 Jahre ist’s her – im Breisgau seine erste GMD-Stelle antrat, tat er das mit der Absicht, in jeder Spielzeit ein abgelegenes Werk konzertant aufzuführen. Nach zwei Jahren schied der Dirigent in Richtung Karriere. ...

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Opernwelt September/Oktober 2013
Rubrik: Magazin, Seite 99
von Heinz W. Koch

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