Wer ist ich?

Emanationen des Unbewussten: Das Nationaltheater Mannheim bringt Bernhard Langs «Der Golem» auf die Bühne

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Wenn sich der Vorhang öffnet und die schwarz ausgehängte Bühne freigibt, robbt ein nackter Mann mit einem überdimensionalen Hut über den Boden. Bald kommen zwei weitere nackte Performer hinzu – mit derselben spitz zulaufenden Kopfbedeckung, die mehr einer Ku-Klux-Klan-Maske als an einem Juden-Hut ähnelt. Dominiert wird die dunkle, meist nur dämmrig ausgeleuchtete Bühne von einem hochaufragenden, mit der schmalen Frontseite zum Auditorium ausgerichteten Glaskasten, in dem sich immer wieder geheimnisvoll stumme Szenen abspielen.

Vorne, in der Mitte, steht ein kleines, ebenfalls transparentes Wartehäuschen. Die Optik scheint starr, festgezurrt. Für bewegte Kontraste sorgen unablässig eingeblendete Bilder – rückseitig dient ein schmaler, die ganze Bühnenbreite einnehmender Video-Screen als Projektionsfläche, auf der in Zeitlupe eine farblich verfremdete Landschaft vorüberzieht; auf der Front des Glaskastens treiben grotesk verzerrte hermaphroditische Kartenspielfiguren ihr poetisch irrlichterndes Unwesen. Unablässig fällt Schnee aus dem Schnürboden, der am Ende im ­Video wieder aufwärts rieselt. Eine verrätselte Welt, deren Geheimnis sich auch am Ende nicht auflöst und die Zuschauer ...

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Opernwelt Juni 2016
Rubrik: Im Focus, Seite 24
von Uwe Schweikert

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