Wenn die Blumen Trauer tragen ...
Eine todbringende Gesellschaft ist das, aber lustig anzusehen. Besondere Erheiterung schaffen jene beiden Pferde, welche die Omnibus-Kutsche, eine Vorform des öffentlichen Verkehrs, auf die Bühne ziehen. Die Pferde – nun, es sind keine Pferde, sondern Theatertiere, gespielt von Statisten, die ihre Wartezeiten in eher gekrümmter Körperhaltung und mit gewiss nicht übermäßig viel Sauerstoff durchstehen und sich dabei in ihren liebevoll ausgestalteten Kostümen die Beine vertreten, wie es ihre Vorbilder in natura auch tun.
Wieder einmal gibt es in diesem Eröffnungsbild zu Puccinis Dramma lirico «Manon Lescaut», die das Opernhaus Zürich jüngst ins Programm genommen hat, einen Moment zu erleben, wie es ihn in seiner Überraschungskraft nur live gibt. Am Werk waren dabei nicht nur Theaterpferde, sondern ein Theatertier im wörtlichen Sinn: Barrie Kosky.
Es ist wie immer bei diesem von sprühender szenischer Phantasie lebenden Künstler: Rein äußerlich mag das Bildhafte ausgreifend, vielleicht gar allzu üppig erscheinen, zumal sich die Mitstreiter des Regisseurs – in dieser Produktion Rufus Didwiszus für das diskrete, im entscheidenden Moment aber schlagkräftige Bühnenbild und Klaus Bruns für ...
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Opernwelt April 2025
Rubrik: Im Focus, Seite 16
von Peter Hagmann, Alexander Dick
Seit geraumer Zeit wird in ambitionierten Opernaufführungen die Ouvertüre zum Anlass für stumme Kommentare, Hintergründe oder Rückblenden genommen. Die als Einstimmung und Vorstellung der wichtigsten musikalischen Themen gedachte Musikstrecke sieht sich umfunktioniert zur Tonspur eines Stummfilms. Man ist schon fast irritiert, wenn, wie jetzt in Wuppertal, der...
Eines kann man dem Duo Alexandra Szemerédy und Magdolna Parditka gewiss kaum vorwerfen: dass sie ihr Konzept nicht beinhart durchziehen würden. Auch der dritte Teil ihres «Rings» verlegt das Bühnenwerk komplett in jenes mehrgeschossige Labor, in dem blonde oder blondierte Götter, Nachtalben, Menschen und Klone seit vielen Opernstunden an Fortpflanzungsgeschichten...
Glucks am 18. Mai 1779 in Paris uraufgeführte «Iphigénie en Tauride» war nicht die erste französische Oper, die den Stoff des antiken Dramas von Euripides aufgriff. Fast auf den Tag genau 75 Jahre früher war an der Pariser «Académie Royal de Musique» das Gemeinschaftswerk von Henry Desmarest und André Campra herausgekommen. Der wegen seiner Liaison mit einer...
