Weill: Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny
Trüb sieht er aus, der Mond über Alabama. So gar nicht mehr hoffnungsfroh wie noch zu Beginn, als die drei aus der Haft entwichenen Strafgefangenen in diese Ödnis kamen. Nun herrscht Finsternis in den Seelen derer von Mahagonny, und vor allem für einen von ihnen sieht es richtig düster aus: Auf dem elektrischen Stuhl schwebt über der geifernden Masse Beinahe-Mörder, Beinahe-Dieb, Beinahe-Deflorierer und Zechpreller Jim Mahoney.
Nicht unbedingt zum Heulen, aber leider dazu angetan, in Tristesse zu verfallen, ist diese Premiere zum Auftakt des Kurt-Weill-Festes, Ausgabe 2006.
Zugegeben, das vorliegende Stück, die Oper «Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny» von Weill mit dem Brecht’schen Text, gehört für jeden Regisseur nach wie vor zum Unbequemsten, Sperrigsten, was die Gattung zu bieten hat. Doch die Art und Weise, wie Helmut Polixa das Werk in die Revue-Ecke verbringt und es dort mit lauter Einfällen zuschüttet, gibt doch zu denken. Und nicht nur das: Die Substanz des Kunstwerks selbst ist in Gefahr, im Dreieck aus Kitsch, Klischee und Klamotte zu versinken – was betrüblich ist, liegt doch die hochpolitische Botschaft der Oper offenkundig auf der Hand; man muss dazu nicht einmal ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Frau Pieczonka, Sie stammen aus Kanada. Ihr Name deutet eher auf Osteuropa.
Stimmt. Mein Vater ist gebürtiger Pole. Er ist 1938, also kurz vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs, mit seiner Familie nach Kanada ausgewandert. Meine Mutter ist Kanadierin. Solche Verbindungen sind dort, ähnlich wie in den USA, ganz normal. Die kanadische Gesellschaft ist eine Gesellschaft...
«Thank you for the music!» – der legendäre Song der schwedischen Popgruppe ABBA könnte als Motto über dem ersten Gastspiel der Stuttgarter Staatsoper in Japan stehen, gleichsam als Resümee einer Ära, die mit dieser Spielzeit zu Ende geht. Und wer die Inbrunst erlebte, mit der der junge Schwede Johan Weigel diesen Song zusammen mit einem knappen Dutzend Kollegen...
Für die Liebe sterben – das darf man in der Oper ja fast immer wörtlich nehmen. In Minoru Mikis neuester, fürs und im New National Theatre in Tokio entstandenen Oper ist das nicht anders: «AI-EN» trägt den Liebestod bereits im Titel, Miki erzählt darin zusammen mit seiner Librettistin Jakucho Setouchi die Geschichte einer geheimen Melodie – und, klar doch, einer...
