Ensemblegeist

An guten Aufnahmen von Mozarts «Clemenza di Tito» herrscht kein Mangel; eine weitere unter Charles Mackerras’ Leitung ist hinzugekommen

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Seltsam, dieses Nachleben von «La clemenza di Tito». Es blieb über mehr als zweihundert Jahre ein permanentes Hin und Her zwischen beliebt und vergessen. Dass diese Oper ausgerechnet im Mozart-Jahr 2006 von zahl­reichen Bühnen wieder lebhaft in Erinnerung gebracht wird, zeugt ebenso von einem gewissen Nachholbedarf wie die Tatsache, dass der «Titus» nahezu zeitgleich auf zwei CD-Neuproduktionen erscheint.

Von welcher anderen Mozart-Oper ließe sich das im Jubiläumsjahr behaupten? Wäh­rend wir auf die Version unter René Jacobs noch ein wenig warten müssen, liegt die Produktion mit Charles Mackerras, aufgenommen kurz vor dem Edinburgh Festival im August 2005, bereits vor.
Schon die Ouvertüre hält nach drei Takten eine erste Überraschung parat. Mackerras und das Schottische Kammer­orchester drosseln zwischen den Vierteln und der halben Note das Tempo. Das klingt verdächtig romantisch. Ein Streitfall, gewiss. Doch sobald die Geigen mit Pizzicati und die Holzbläser mit ersten Kantilenen beschäftigt sind, hält Ma­ckerras das Tempo konstant. Es scheint, als wolle er jedem die Bedeutung dieses C-Dur mit seinem leuchtenden, klaren und leicht martialischen Duktus ins Ohr einschreiben.
Mackerra ...

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Opernwelt April 2006
Rubrik: CDs, Seite 60
von Christoph Vratz

Vergriffen
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