Was heißt Stimmband?
Unser Stimmklang wird durch die perfekte Koordination von Atmungs-, Kehlkopf- und Artikulationsbewegungen erzeugt, Bewegungen, die zu den komplexesten gehören, zu denen der Mensch fähig ist. Und doch hat die Tonproduktion ein physiologisches Zentrum, das oft mit der gesamten Stimme gleichgesetzt wird: die Stimmbänder, die physiologisch zutreffender eigentlich Stimmlippen heißen und den Ort bezeichnen, an dem der «Grundschall der Stimme»1 entsteht. Über die existenzielle Bedeutung dieses Organs für Sänger wurde in den letzten Jahren auch in der Öffentlichkeit viel berichtet.
Die Krankheitsgeschichte des Tenors Rolando Villazón ist lediglich einer der prominentesten Fälle und steht stellvertretend für die zahlreichen Gefährdungen, denen Sänger ausgesetzt sind, auch solche aus dem Bereich der Popmusik, wie die in den einschlägigen Medien zum Hauptthema erhobene Operation des «Tokio Hotel»-Stars Bill Kaulitz zeigt.
Bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts war das Prinzip der Tonproduktion der menschlichen Stimme nicht bekannt. In Anlehnung an antike Quellen und deren Fortschreibung bis in die frühe Neuzeit wurde die Entstehung menschlicher Töne mit der Tonproduktion von Blasinstrumenten ...
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Opernwelt Januar 2011
Rubrik: Serie – Grundbegriffe Gesang, Seite 48
von Bernhard Richter, Thomas Seedorf
Anthony Freud, vormals Intendant der Welsh National Opera, kam 2006 nach Houston. Gerade ist sein Vertrag als Leiter der Grand Opera (HGO) bis 2015 verlängert worden. Freud ist es nicht nur gelungen, die HGO finanziell über Wasser zu halten, er bemüht sich zudem stetig darum, neue Fans, insbesondere in der großen Gruppe der hispanischen und asiatischen Einwanderer,...
Auf den ersten Blick eine bestechende Idee: Aus den im Orient verschleppten Europäern der Mozart-Oper werden an der Vlaamse Opera Touristen, die irgendwo zwischen Algerien und Jemen Terroristen in die Hände fallen. Was daraus folgen müsste, wäre eine komödiantische Variante des clash of civilizations. Es stellt sich jedoch bald heraus: Die Orient-Klischees des 18....
Dmitri Schostakowitschs Frühwerk «Die Nase» – eine Oper nur für große Häuser? Der 1930 uraufgeführte Dreiakter vereint mehr als 80 (meist kurze) Solorollen und bis zu zehn Schlagzeuger im Graben. «Die Nase» ist eine jener Orchideen im Spielplan, die bei ihrem seltenen Erblühen von Kritik und Publikum meist das Siegel «Warum spielt man das nicht öfter?» erhalten....
