Wahnsinn und Wahrheit

Kurzopern von Peter Maxwell Davies, Judith Weir und Aribert Reimann in Magdeburg und Leipzig

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Ist der Mann verrückt? Nein, ist er nicht. Er hat nur einen ausgeprägten Hang zum Abseitigen. Zudem ist er Brite, somit ausgestattet mit einem sehr speziellen Humor; einem Humor übrigens, von dem man sich in deutschen Neue-Musik-Kreisen durchaus eine Scheibe abschneiden könnte. Mit anderen Worten: Sucht man in der europäischen Szene einen Komponisten, der gegen das (unerträgliche) Gewicht des Seins ankomponiert, hat man ihn in Peter Maxwell Davies gefunden.

Einer Schule ist das, was Maxwell Davies zu Papier bringt, nicht zuzuordnen; darin gleicht er den meisten britischen Tonsetzern der Neuzeit. Unverkennbar aber ist sein Faible für Stimmen. Insbesondere für die Grenzlagen dieses Organs, für (expressiv-hintersinnige) Tiefe und (exaltiert-vordersinnige) Schrillheit respektive: göttliche Höhe.
Ein Beispiel für diese Ausreizung der Möglichkeiten ist die Kammeroper «Miss Donnithorne’s Maggot» von 1974, ein anderes das Monodram «The Medium» (1981). Beide Werke waren jetzt in Leipzig und Magdeburg zu hören, verknüpft mit jeweils anderen Kompositionen: im Sächsischen mit Monteverdis «Il combattimento di Tancredi e Clorinda» (was nicht unbedingt glücklich war), im Anhaltischen mit Aribert ...

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Opernwelt August 2007
Rubrik: Magazin, Seite 30
von Jürgen Otten

Vergriffen
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