Joseph und andere Brüder
Wann hat es ein neues, junges Opernfestival geschafft? Wenn sich die internationale Presse aufmacht ins noch immer etwas abgelegene Baltikum? Wenn sich im Publikum auch Reisegruppen von Opernfreunden finden, die es – etwa in Baden-Baden – sonst eigentlich etwas exklusiver und teurer haben? Wenn auch das einheimische Publikum trotz eher niedriger Durchschnittseinkommen stolze Preise zahlt, weil es einerseits stolz auf das Erreichte ist und andererseits weiß, dass es für das Geld etwas geboten bekommt, das sich sehen und hören lassen kann.
In Riga kommt mittlerweile alles zusammen, und nicht nur deshalb darf das dortige Opera Festival in seinem zehnten Jahr erfolgreich (Zwischen-)Bilanz ziehen.
Dass die baltischen Staaten über ein Reservoir hochbegabter Sänger, Komponisten und Dirigenten verfügen, hat sich längst herumgesprochen. Lettlands neuer Opernstar Elina Garanca allerdings hat über Umwege in Bukarest, London oder Salzburg Karriere gemacht und wird erst in der kommenden Spielzeit in der Rigaer Oper auftreten: als Carmen. Ein anderer Musiker aber stieg an der Oper von Riga auf und befindet sich im internationalen Höhenflug: der junge, ungemein begabte Dirigent Andris ...
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Aha, denkt der MTV-versierte Zuseher sich zu Beginn: «Alles im Arsch». An den Videoclip zu diesem Song von Jan Delay und Udo Lindenberg erinnert, was sich da beim «Trovatore» auf der neuen Bühne des Slowakischen Nationaltheaters tut: Mafiosi konspirieren in einer Tiefgarage, und ihr Anführer (Schlapphut, Sonnenbrille, lange Haare) scheint Udo, dem Paten aller...
Die konzertante Uraufführung liegt ein Jahr zurück: Im Sommer 2006 hatte das Radio-France-Festival in Montpellier Edouard Lalos vergessene Schiller-Oper aufs Programm gesetzt. Und doch kann man auch die szenische Weltpremiere von «Fiesque», die anlässlich der 14. Internationalen Schillertage vom Mannheimer Nationaltheater gestemmt wurde, ein kleine Sensation...
Das Bild ist ein bekanntes, nicht nur, weil Edward Hopper es in verschiedenen Varianten gemalt hat. Einsam dort ein Mann, nächtens, in irgendeiner Bar irgendwo, den Kopf schwermütig auf den blankgewienerten Tresen gelehnt, niemand mehr ist da außer ihm und dem Wirt. Ein Gestrandeter, am Leben Verzweifelter, ein Mann, der die Welt nicht mehr versteht. Doch da ist...
