Wagner: Lohengrin
Hätte man uns doch in Kindertagen für die Zinnsoldaten-Sammlung einen so elegant geschwungenen Boden aus hellen Dielen gebaut, wie ihn Hartmut Schörghofer dem Regisseur Steffen Piontek für seine «Lohengrin»-Inszenierung fugenlos verlegen ließ! Dann wären damals unsere liebevoll bunt bemalten Figuren so dekorativ zur Geltung gekommen wie jetzt der Männerchor der Leipziger Oper.
Wahlweise als stolze Wikinger im Bärenfell mit langer Mähne oder schmucke Spielzeugkrieger mit grünem Plastikschild gekleidet, durften die Mannen die erste Viertelstunde lang auch stimmlich eine geballte Ladung Testosteron in den Zuschauerraum schießen.
Die Damen waren dagegen aus dem Mittelalter in die Neuzeit gebeamt. Wo sonst hätten sie das elegant schimmernde Grau ihrer Roben für den ersten Akt käuflich erwerben können oder das für jede Figur kleidsame halbdurchsichtige weiße Regen-Cape über dem Spitzhut des Burgfräuleins für den zweiten? Vielleicht in einer ostasiatischen Metropole, deren diffus im Wasser gespiegelte abendliche Kulisse hier die altmodischen Wandelprospekte mit Uferlandschaften davor und danach ersetzte?
Immerhin spielten sich im zweiten Akt die spannendsten Szenen des Abends ab: vor ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Ein trüber Novembernachmittag in Bayern, Volkstrauertag. Doch das bedeutet noch lange nicht, dass in den Wohnzimmern Friedhofsruhe herrscht. Für viele Kinder des Sendegebiets ist die Stunde von fünf bis sechs der Höhepunkt des Wochenendes – vor dem Radiogerät. Auf Bayern 4 Klassik meldet sich Julia Schölzel, Moderatorin der Sendung «Doremikro»: Ins Studio ist ein...
Klassische Musik kann für Kinder sehr attraktiv sein», meinte kürzlich Christian Höppner, Generalsekretär des Deutschen Musikrats, «wenn man sie ihnen richtig vermittelt». Doch was heißt es, die Kleinen «richtig» an die Großen der klassischen Musikkultur heranzuführen?
Im letzten Heft haben wir am Beispiel ausgewählter Opernhäuser und Jugendmusiktheater...
Mit der zweiten Premiere der Saison, dem «Barbiere di Siviglia», ist dem neuen General Manager der Met, Peter Gelb, nach der ständig ausverkauften neuen «Butterfly» in der Inszenierung Anthony Minghellas ein weiterer Coup gelungen: Für die erste Aufführungsserie waren bereits am Tag nach der Premiere keine Karten mehr zu bekommen – bei Preisen bis zu 375 Dollar...
