Wagner: Der fliegende Holländer
Man sieht es und staunt. Urd, Verdandi und Skuld, beharrlich und schweigsam am Seil der Welt webend. Nanu, denkt man, gehören nicht die drei Damen in ein anderes Stück des Mythen-Meisters? So ist es, doch Arila Siegert, die beim «Fliegenden Holländer» am Landestheater Neustrelitz Regie führte (im dunklen, behutsam symbolhaften Bühnenbild von Hans Dieter Schaal), sieht in den Nornen eine wesentliche Metapher für die frühe Oper. Das Schicksalhafte der auftretenden Personen, nicht nur der Titelfigur, möchte sie damit zum Ausdruck bringen. Eine plausible Idee.
Denn in der Tat sind, ausgenommen den kühl-berechnenden Geschäftsmann Daland (ein solider Bass: Peter Reich), sämtlich die Protagonisten mit dem seltsamen Lauf des (determinierten) Lebens verstrickt. Und so geschieht es auch in dieser handwerklich gekonnten Inszenierung: Das Ausweglose steht allen ins Gesicht geschrieben und ebenso in die Stimme. Nachgerade blutbefleckt und dabei katakombenumdüstert gibt sich der Bariton Michael Junges als Holländer; umso schriller klingt das Drama der Senta (Larysa Molnárova), die meist nur fassungslos auf der Bühne steht und gar nicht zu wissen scheint, wie ihr geschieht. Auch Paul McNamaras ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Mehr Musiktheater gibt’s auch an manch großem Opernhaus nicht. Zumindest, was das Angebot von (Ko-)Produktionen oder komplett eingekauften Abenden betrifft. Acht sind es derer an der Zahl, mit denen das Festspielhaus Baden-Baden in der Spielzeit 2007/08 aufwartet: sieben Opern (darunter dreimal Wagner und eine konzertante «Sonnambula» mit Cecilia Bartoli und...
Frau Wagner, war es Ihr Wunsch, ausgerechnet mit den «Meistersingern» in Bayreuth zu debütieren?
Mein Vater hat mir die «Meistersinger» angeboten und zwar unmittelbar nach der Premiere meiner «Lohengrin»-Inszenierung in Budapest. Da war er sich sicher, dass ich mit einem Chor umgehen kann (lacht). Im Ernst: Die «Meistersinger» liegen ihm sehr am Herzen, und gerade...
Monteverdi gehört zu den Komponisten, denen sich René Jacobs immer wieder von Neuem stellt. Sein CD-Zyklus der Opern bei Harmonia Mundi France gehört nach wie vor zu den Referenzaufnahmen. «Orfeo» wurde bereits 1993 bei den Salzburger Festspielen mitgeschnitten. Fünf Jahre später hat Jacobs das Werk am Théâtre Royal de la Monnaie in Brüssel in Zusammenarbeit mit...
