Vorbildliche Bedingungen
Erstmals wurde der Deutsche Dirigentenpreis in diesem Jahr als internationaler Wettbewerb ausgeschrieben. Inhaltlich entscheidend war eine Öffnung in Richtung Oper. Die Kandidaten hatten nicht nur ein anspruchsvolles Konzertprogramm zu bewältigen, das von Haydn bis zu Messiaens «Chronochromie» und Birtwistles extrem schwerem «Silbury Air» reichte. Sie mussten sich auch in der Oper bewähren: Das Finale des zweiten Akts aus Mozarts «Figaro» stand ebenso zur Auswahl wie Ensembles von Verdi und Puccini oder die Bibelszene aus Bergs «Wozzeck».
Impulsgeber und Motor für diese breite und anspruchsvolle Ausrichtung des Wettbewerbs war Lothar Zagrosek, der im veranstaltenden Deutschen Musikrat den Beirat für das Dirigentenforum leitet und nun der Jury vorstand.
Zagrosek war es auch, der die beteiligten Institutionen für den Wettbewerb gewinnen konnte: die Kölner Philharmonie als Austragungsort, das WDR Sinfonieorchester und die Oper Köln, die nicht nur Sängerinnen und Sänger zur Verfügung stellte, sondern auch deren Einstudierung übernahm, das sonst hauptsächlich in der Oper tätige Gürzenich-Orchester (im Rahmen von Opern-Diensten) zur Verfügung stellte und die ebenfalls neu eingerichtete ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Das sitzt. Harsch klingen die ersten Akkorde, das enggeführte Melos. Kein weites Ausschwingen, sondern ein strenger, konturenscharfer Verlauf. Als sei Nikolaus Harnoncourt noch einmal unter uns. Am Pult des hochaufmerksamen Sinfonieorchesters Basel steht jedoch Opernchef Erik Nielsen. Mozarts frühe Seria «Lucio Silla» erscheint nicht als das sprühende...
Reichlich leerformelhaft hat Johan Simons seine jetzt zu Ende gegangene Intendanz der Ruhrtriennale 2015-2017 mit dem Motto «Seid umschlungen» als ein «Festival der gemeinsamen Erfahrungen» – regionalen, menschlichen, politischen – reklamiert. Die programmatische Ausrichtung eines «Festivals der Künste» hat er von seinem Vorgänger Heiner Goebbels übernommen, den...
Seit dem Umzug ins Lincoln Center 1966 hat die Met erst zwei «Normas» herausgebracht (1970 und 2001) – in Sachen Düsternis und Unbeweglichkeit stand die eine der anderen nicht nach. Jetzt hat David McVicar einen neuen Versuch unternommen. Die Bühne zeigt ein waldig-nebliges Gallien, das nach «Game of Thrones» aussieht. Das erste Bild ließe sich auch als Caspar...
