Bluthochzeit: Kate Lindsey (Miranda), Ensemble; Foto: Theater/Pierre Grosbois
Sturmhoch, Sturmtief
Zwei Seelen wohnen, ach! in meiner Brust – kaum je zuvor schien Fausts elegisches Diktum so zutreffend wie nach der «Miranda»-Premiere an der Opéra Comique. «Miranda»? Sucht man in Opernführern nach diesem Titel, wird man nicht fündig – welch Wunder, handelt es sich doch um eine Art «Pasticcio» nach Henry Purcell, ersonnen von Dirigent Raphaël Pichon, Regisseurin Katie Mitchell und Librettistin Cordelia Lynn. Pichon und Mitchell arbeiteten schon einmal bei einem ähnlichen Projekt zusammen, 2014 in Aix-en-Provence.
In «Trauernacht» setzten sie Bachkantaten szenisch um; als Leitfaden diente eine Familientrauerfeier.
Diesmal kombinierte der französische Dirigent mit großem Geschick wenig bekannte Bühnen- und Kirchenwerke Purcells; diese bildeten den Rahmen einer von Mitchell und Lynn entwickelten Geschichte. Musikalisch war’s eine Sternstunde. Nie wirkt das Konstrukt als reine Collage: Rezitative, Arien, Chöre, Orchesterzwischenspiele fließen nahtlos ineinander. Als erstklassige Interpreten erweisen sich dabei das Ensemble Pygmalion und dessen Chor, in Sachen Klangschönheit, Intonationssicherheit und Ausdruckskraft. Kurz und gut: ein Hörgenuss.
Betrüblicherweise besitzt der Abend ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
alpha
01.11. – 20.15 Uhr
Jansons dirigiert Verdi – Messa da Requiem
Mariss Jansons ist bekannt für seine akribische Kenntnis der Partitur und die tiefe seelische Verbundenheit zu einem Werk, die er unmittelbar an die Musiker weitergeben kann. Zu Ehren des 200. Geburtstags von Giuseppe Verdi hat er 2013 mit dem Chor und Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks...
Es gibt solche Abende. Sie folgen, im Bemühen, ein Werk neukritisch zu befragen, einem hohen, hehren hermeneutischen Ziel, beginnen aber mit einem fatalen Missverständnis, von dem sie sich lange Zeit nicht mehr erholen: zu spät die Peripetie ins szenisch Plausibel-Packende. Der «Don Carlo» in Braunschweig, in der revidierten italienischen Fassung inklusive...
ML = Musikalische Leitung
I = Inszenierung
B = Bühnenbild
K = Kostüme
C = Chor
S = Solisten
P = Premiere
UA = Uraufführung
WA = Wiederaufnahme
Deutschland
Aachen
Theater Aachen
Tel. 0241/478 42 44
theaterkasse@mail.aachen.de
www.theateraachen.de
– Janáček, Katja Kabanowa: 12. (P), 19., 26.; 14. 12.
ML: Thorau, I: Torell, B: Vinciguerra
– L’incoronazione di Poppea: 17.
Altenbur...
