Himmel und Hölle

Mit Schumann und Goethe kehrte die Berliner Staatsoper in ihr Stammhaus Unter den Linden zurück. Für eine Woche. Richtig los geht’s erst im Dezember

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Nun ist sie also wieder herausgeputzt, Berlins Lindenoper. In schönstem Pseudo-Rokoko. Zartrosa schimmert die Fassade, in drei verschiedenen Farben die Wandbespannung der Foyers um Parkett und Ränge. Von Glanz und Gloria der Kulturnation sollen sie wieder künden, die korinthischen Säulen des Portikus am historischen Hauptstadtboulevard, die mächtigen Pilaster im Apollo-Saal, die rotgepolsterten, weißgerahmten Klappsitze in dem um fünf Meter erhöhten großen Saal.

Eine friderizianisch gezierte Schatzkiste hat Architekt HG Merz abgeliefert, die baulichen Zeichen unserer Zeit dezent in Nischen (Aufzüge), ins Untergeschoss (Toiletten, Garderoben) oder hinter Histo-Ornamentik (ein vor die Nachhallgalerie unter der Decke geblendetes Keramikgitter) versteckt. Also alles genau so gemacht wie von jener merkwürdigen Koalition preußennostalgischer Traditionalisten gewünscht, die vor neun Jahren den kühn Alt und Neu verknüpfenden Siegerentwurf eines internationalen Wettbewerbs (Klaus Roth) gekippt hatte, der die Funktionalität des mehrfach beschädigten und veränderten Knobelsdorff-Baus (Besucherströme, Sichtverhältnisse, Akustik) substantiell verbessert hätte (siehe OW 8/2008). Gegen den Rat ...

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Opernwelt November 2017
Rubrik: Im Focus, Seite 4
von Albrecht Thiemann

Vergriffen
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Spielpläne Ausland November 2017

Ägypten

Kairo
Cairo Opera

Tel. +20-2-736 73 14
info@cairoopera.org
www.cairoopera.org
– Così fan tutte: 9., 10.

Argentinien

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Teatro Colón

Tel. +54-1-382 23 89
www.teatrocolon.org.ar
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– Rusalka: 7., 10., 11., 12., 14.

Buenos Aires Lírica
Tel. +54-11-48 12 63 69
www.balirica.org.ar
– Ba-ta-clan: 6., 13., 20.

La Plata
Teatro Argentino

Tel....

Editorial November 2017

Wenn uns die (Musik-)Geschichte eines lehrt, dann dieses: Nicht jedem Anfang wohnt ein Zauber inne. Auch all jene Musenkinder, die der Wiedereröffnung der Berliner Lindenoper sehnsuchtsvoll entgegengefiebert hatten, sahen sich, nolens volens, mit dieser Einsicht konfrontiert. Denn in die berechtigte Freude über die Tatsache, dass sieben Jahre im Charlottenburger...

In tiefbewegter Brust

In seinem Opernführer stellt Ulrich Schreiber das Kapitel über Franz Schubert unter den Titel «Die romantische Nicht-Oper». Trotz ambitionierter Versuche von Dirigenten wie Claudio Abbado und Nikolaus Harnoncourt haben Werke wie «Alfonso und Estrella» oder «Fierrabras» keinen festen Platz im Repertoire gefunden. Und wer – Hand aufs Herz! – wüsste auf Anhieb den...