Vor der Zeit

Lausige Libretti, hintersinnige Partituren: Joseph Haydn und das Musiktheater – ein Missverständnis?

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Der Werkkatalog Joseph Haydns in der Enzyklopädie «Die Musik in Geschichte und Gegenwart» weist – zwischen 1761 und 1791 – insgesamt 25 Beiträge zum Musiktheater auf: 19 Opern in italienischer Sprache und sechs Werke in deutscher Sprache, die der Gattung des Singspiels oder der am Hofe von Eszterhaza gepflegten Marionettenoper angehören.

Bei zehn dieser Opern ist die Musik ganz verloren; lediglich die gedruckten Textbücher informieren uns über die Existenz dieser Werke, von denen die meisten beim Brand des Opernhauses auf Schloss Eszterhaza im November 1779 vernichtet worden sein dürften. Bei vier italienischen Opern («Acide», 1762; «Lo speziale», 1768; «Le pescatrici», 1769; «L’anima del filosofo ossia Orfeo ed Euridice», 1791) fehlen Teile der Partitur, ja, die für London komponierte, aber zu Haydns Lebzeiten nie aufgeführte letzte Oper blieb wohl unvollendet, da sich die Aufführungsmöglichkeiten in London zerschlugen. Aber immerhin: Mit dem zweiaktigen Intermezzo «La canterina» (1766), der Burletta «L’infedeltà delusa» (1771), den dramme giocose «L’incontro improvviso» (1775), «Il mondo della luna» (1777) und «La vera constanza» (1779), der azione teatrale «L’infedeltà delusa» ...

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Opernwelt Mai 2009
Rubrik: Schwerpunkt, Seite 30
von Wulf Konold

Vergriffen
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