Idylle in Weiß und Blau

Rom, Gluck: Iphigénie en Aulide

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Das Drum und Dran sorgte einmal mehr für ebenso viel Gesprächsstoff wie die Aufführung selbst: Kaum war die Premiere von Glucks «Iphigénie en Aulide» mit Riccardo Muti am Pult über die Bühne gegangen, drohten die Gewerkschaften mit Streiks für die weitere Serie (ohne die Drohung letztlich wahr zu machen). Denn das Kulturministerium, das Italiens Opernhäusern massive finanzielle Einschnitte auferlegt hat, will einen Zwangsverwalter für die Opera di Roma installieren, da eine Überschreitung des Budgets um mehr als die gesetzlich geregelten 30 Prozent zu erwarten sei.

Auch wird moniert, dass das Budget 2009 noch nicht vom Verwaltungsrat abgesegnet wurde. Mittendrin Maestro Muti, Italiens Opernikone, dem gerade Roms rechter Bürgermeister Giovanni Alemanno (zugleich Präsident des Verwaltungsrats) die musikalische Leitung des Hauses angeboten hat.
Muti, aus Mailänder Tagen an Streikdrohungen gewöhnt, ließ sich augenscheinlich nicht in seiner Gluck-Mission beirren: Er legte alle musikalische Sorgfalt in die Ausgestaltung der reichen Partitur, malte die emotionalen Tief- und Höhepunkte eindringlich nach, besann sich auf die Ursprünge der Musik im klassizistischen 18. Jahrhundert ...

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Opernwelt Mai 2009
Rubrik: Panorama, Seite 46
von Michael Horst

Vergriffen
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