Idylle in Weiß und Blau
Das Drum und Dran sorgte einmal mehr für ebenso viel Gesprächsstoff wie die Aufführung selbst: Kaum war die Premiere von Glucks «Iphigénie en Aulide» mit Riccardo Muti am Pult über die Bühne gegangen, drohten die Gewerkschaften mit Streiks für die weitere Serie (ohne die Drohung letztlich wahr zu machen). Denn das Kulturministerium, das Italiens Opernhäusern massive finanzielle Einschnitte auferlegt hat, will einen Zwangsverwalter für die Opera di Roma installieren, da eine Überschreitung des Budgets um mehr als die gesetzlich geregelten 30 Prozent zu erwarten sei.
Auch wird moniert, dass das Budget 2009 noch nicht vom Verwaltungsrat abgesegnet wurde. Mittendrin Maestro Muti, Italiens Opernikone, dem gerade Roms rechter Bürgermeister Giovanni Alemanno (zugleich Präsident des Verwaltungsrats) die musikalische Leitung des Hauses angeboten hat.
Muti, aus Mailänder Tagen an Streikdrohungen gewöhnt, ließ sich augenscheinlich nicht in seiner Gluck-Mission beirren: Er legte alle musikalische Sorgfalt in die Ausgestaltung der reichen Partitur, malte die emotionalen Tief- und Höhepunkte eindringlich nach, besann sich auf die Ursprünge der Musik im klassizistischen 18. Jahrhundert ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Glucks «Orfeo ed Euridice» ist eine, Haydns «Acide» ist auch eine – eine «azione teatrale» oder auch «festa». So nannte man Stücke, die zu bestimmten Festanlässen komponiert wurden. Während die Gluck-Oper Triumphe feierte, verschwand Haydns Werk rasch aus dem öffentlichen Bewusstsein. Entstanden war «Acide» aus Anlass einer Hochzeit: Als der älteste Sohn des...
Für Massenets «Don Quichotte» entwickelte Götz Friedrich in den siebziger Jahren ein Regiekonzept, das – vorgestellt in der Hamburgischen Staatsoper – auch heute noch trägt: Der Ritter von der traurigen Gestalt war bei ihm keine Figur des späten 16. Jahrhunderts, sondern ein Zeitgenosse des Komponisten, der in dem Wahn lebt, Don Quichotte zu sein. Ein doppelbödiges...
Herr Uusitalo, bei der «Walküren»-Premiere an der Wiener Staatsoper versagte Ihnen im letzten Jahr auf offener Bühne die Stimme. Was fühlt man in so einem Moment?
Für mich war das natürlich ein ziemlicher Schock. Ich hatte geglaubt, ich könnte das schaffen, obwohl ich krank war – auch weil der Arzt mir grünes Licht gegeben hatte. Aber das war etwas zu optimistisch,...
