Von Rosen begraben

Massenet: Werther
STUTTGART | STAATSOPER

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Der Regisseur Felix Rothenhäusler setzt für seine Stuttgarter Inszenierung von Jules Massenets «Werther» auf die nicht unbedingt grundstürzende Idee einer Ineinssetzung der Bühne mit dem Auditorium, eine ästhetische Unio mystica. Rothenhäusler, Jahrgang 1981, hat Massenets Werk schon 2016 in Bremen inszeniert, für die Staatsoper Stuttgart legt er eine entschieden kondensierte Fassung vor: Alle Nebenfiguren sind gestrichen, was musikalisch bruchlos aufgeht. Alles Dekor und Requisiten wie Brief und Pistolen sind verzichtbar.

Der hochgefahrene Orchestergraben wird zum Schauplatz: Auf einer transluzenten weißen Scheibe umkreisen sich die Protagonisten bis zur Ermüdung. Dahinter ist das Orchester auf der Hauptbühne platziert. Das ist die alleinige szenische Setzung neben den prominent sichtbar über dem Orchester hängenden Reihen der Beleuchtungsbrücken.

Im Orchester sind die Pultabstände großzügig bemessen und so mit aktuellen Hygiene-Vorgaben konform. Der Kontakt zwischen Musikern und Sängern ist dabei kein Problem, die Koordination innerhalb des Orchesters scheint aber nicht ideal. Sind es die Abstände zwischen den Pulten, die weiträumige Akustik durch das nach oben offene ...

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Opernwelt September/Oktober 2021
Rubrik: Panorama, Seite 70
von Götz Thieme

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