Vom Schlag getroffen
«Wie kriegt man die Empathie wieder in die Köpfe», fragte Stephan Kimmig, der Schauspielregisseur, vor einem halben Jahr in der Wochenzeitung «Die Zeit». Wie aktiviert man das Mitfühlen der Menschen, elementare Emotionen? Vielleicht hat Kimmig, Jahrgang 1959, auch deshalb zur Oper gefunden – Nikolaus Bachler, Münchens Opernchef, hat ihn vom schauspielerischen Potenzial der Oper überzeugt.
Mit Mozarts dramma giocoso geht Kimmig aufs Kunstganze: Zu Beginn der Ouvertüre und auch ganz am Ende steht ein klappriger alter Mann nackt auf der Bühne und zittert wie Espenlaub – Giovannis zerbrochenes Alter Ego oder Metapher der sterbenden Menschheit?
Kimmig will Oper nicht durch Vorherrschaft der Bilder. Er sei kein «Bebilderungsregisseur», sondern einer, der ein Stück über die Figuren konzipiert. So lebt und bebt sein «Don Giovanni» in einer wild trashigen Ausformung des Personals wie des Raums. Bühnenkünstlerin und Ehefrau Katja Haß hat die weit aufgerissene Bühne vollgestellt mit hässlich riesigen Containern, deren Rotation auf der Drehbühne allerlei spielzeughafte Guckkastenaspekte öffnet.
Die Gefühlskonflikte spitzt Kimmig scharf an, zeigt das Personal in keifendem Streit miteinander – ...
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Der Zeitpunkt könnte symbolischer kaum gewählt sein. Gerade hat das Kölner Opernhaus den Aufbruch in eine neue Ära eingeleitet; Uwe-Eric Laufenberg hat mit den «Meistersingern» die erste Produktion seiner Amtszeit selbst inszeniert. Nun erscheint der Mitschnitt einer «Don Giovanni»-Aufführung vom 20. März 1960, der in ähnlicher Situation entstanden ist. Es gab...
ARTE
1.12. – 3.00 Uhr
Georges Prêtre dirigiert
die Wiener Symphoniker. Werke von Beethoven, Ravel und Debussy.
1.12. – 6.00 Uhr
Lang Lang spielt
Beethovens Klavierkonzert Nr. 1.
2.12. – 3.00 Uhr
Schönberg: Moses und Aron.
Ruhrtriennale 2009. Musikalische Leitung: Michael Boder, Inszenierung: Willy Decker. Solisten: Dale Duesing, Andreas Conrad, Ilse
Eerens, Finnur...
In letzter Zeit findet Händels 1713 uraufgeführter «Teseo» verstärkt Interesse an deutschen Bühnen: Nachdem eine (auf DVD erhältliche) Tourneeproduktion in der Regie von Axel Köhler und vor allem die Aufführung an der Komischen Oper Berlin (2008) das dramatische Potenzial von Händels Version des Medea-Stoffes ausgelotet hatten, wagte sich im Mai dieses Jahres die...
