Vive la fatalité!
Wie soll man dem fortschreitenden Irrsinn im gegenwärtigen Weltgeschehen mit musiktheatralischen Mitteln beikommen? Mit hochdepressiven Stücken wie, sagen wir, Janáčeks «Totenhaus» oder Dallapiccolas «Prigioniero»? Es gibt eine viel wirkungsvollere Methode, denn, ach ja, da war doch mal ein Komponist, der in ähnlich krisengeschwängerter Zeit mit Witz und Aberwitz das Gebaren der Mächtigen als lächerliche Wichtigtuerei entlarvte, Moralisierer mit frivolem Raffinement entwaffnete und selbst noch im bizarrsten Bühnentumult wunderbare Inseln der Innigkeit zu schaffen wusste.
Es musste erst mal wieder ein «runder Geburtstag» her, damit man sich daran erinnert, dass Jacques Offenbach mehr als Barcarole, Cancan und den Spielplan-Dauerbrenner «Les contes d’Hoffmann» komponiert hat. Seine Geburtstadt Köln fühlt sich jetzt besonders herausgefordert, mit einem aufwendigen Neujahrskonzert des Gürzenich-Orchesters hat sie ein veritables Offenbach-Jahr eröffnet. Für dessen Abwicklung war sogar eigens eine Offenbach-Gesellschaft gegründet worden. Um den 200. Geburtstag am 20. Juni wird dann, man glaubt es kaum, auch die ewige Baustelle des Kölner Opernhauses am Offenbach-Platz bespielt – mit ...
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Opernwelt Februar 2019
Rubrik: Magazin, Seite 69
von Josef Oehrlein
Der Mond leuchtet über Illyrien. Zwar nur mattglänzend, aber doch hell genug, um eine Prise surrealer Schönheit auf die Szene zu streuen. Was auch dringend geboten erscheint: Ehedem ein Eiland der Glückseligen, Zauberer und Fantasten, ist der magische Ort arg heruntergekommen: keine Palmen, keine rauschenden Wellen, keine sanften Dünen, nichts davon. Dafür ein...
Hans Gál (1890-1987) gehört zu den vielen, von den Nazis vertriebenen Künstlern, denen es nicht gelang, nach 1945 wieder im Musikbetrieb Fuß zu fassen. Der stilkonservative Spätromantiker, der wie Walter Braunfels und Erich Wolfgang Korngold an der erweiterten Tonalität festhielt, entsprach nicht mehr den Erwartungen der Zeit. Inzwischen liegt ein Großteil seines...
In Erinnerung an den belgischen Dramaturgen und Intendanten Gerard Mortier (1943-2014) ist ein neuer Förderpreis ins Leben gerufen worden. Der mit 30 000 Euro dotierte Mortier Next Generation Award wird an junge professionelle Künstlerinnen und Künstler vergeben, die außergewöhnliches Talent erkennen lassen, am Anfang ihrer Karriere stehen und ein eigenes Projekt...
