Bittersüßer Reigen
Manchmal ist das Ferne ganz nah. Fährt direkt unter die Haut, bis wir nicht ein noch aus wissen. Bis wir zu fragen vergessen, warum uns eine mehr schlecht als recht erzählte Geschichte aus dem 19. Jahrhundert den Atem stocken lässt.
Eine Geschichte, die auf einer Insel im Indischen Ozean spielt (Ceylon) – mit einem von geistergläubigem Volk auserwählten König (Zurga), der unerwartet seinen verlorenen Busenfreund wiedertrifft, einen Fischer (Nadir); mit einer Schönheit, die einst von beiden umschwärmt wurde und nun dem Hindu-Gott Brahma ewige Treue schwört (Léïla); und mit einem Großpriester, der von jedem Blutzoll fordert, der die heiligen Gesetze bricht (Nourabad). Ein abenteuerlicher Schmarren. Und doch: Am Ende reiben wir uns ergriffen die Augen – verblüfft, überwältigt und noch immer rätselnd, warum dieses holprige, vor allem wegen seiner herrlichen Wunschkonzertnummern gern ins Programm gerückte Dreiecksdrama in den Tropen plötzlich packt, ja absolut schlüssig wirkt.
Vielleicht hat das mit der liebevollen, scheinbar naiven Sympathie zu tun, die Marie Vinck, Stef Aerts, Thomas Verstraeten und Joé Agemans, die vier Mitglieder der seit zehn Jahren aktiven ...
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Opernwelt Februar 2019
Rubrik: Im Focus, Seite 6
von Albrecht Thiemann
Eine Oper über Karl Marx? Er sei, so Jonathan Dove im Programmheft, augenblicklich fasziniert gewesen, als ihm der Regisseur Jürgen R. Weber ein solches Projekt vorgestellt habe. Flugs steckten beide die Köpfe zusammen und zogen den Librettisten Charles Hart hinzu, um es in die Tat umzusetzen. Eines war den beteiligten Herren klar: Es wäre vermessen, Vita und Werk...
Zu einer Zeit, als auch für das Lied orchestrale Heerscharen aufgeboten wurden, stimmte Hugo Wolf mit dem «Italienischen Liederbuch» einen Lobgesang auf den Zauber des Alltäglichen an – gleich die erste Nummer kündigt das programmatisch an: «Auch kleine Dinge können uns entzücken». Anfang 2018 waren Wolfs 46 Miniaturen europaweit einem Arena-Ambiente ausgesetzt:...
alpha
10.02. – 20.15 Uhr
Rafael Kubelik dirigiert
Bruckner: 6. Symphonie
arte
01.02. – 05.55Uhr
Daniel Hope – Der Klang des Lebens
Daniel Hope, seit 2016 Musikdirektor des renommierten Zürcher Kammerorchesters und einer der gefragtesten Geiger der Gegenwart, wurde 1973 in Südafrika geboren. Sein Vater bekam als regimekritischer Schriftsteller die Härte des...
