(Viel-)Stimmig
Von einem derart stimmigen Ergebnis können die meisten Opernhäuser in Italien nur träumen. An den fondazioni liriche zwingen die Gewerkschaften auch den historisch informiertesten Pultchef, sich mit dem zu begnügen, was das ansässige Orchester herzugeben willens ist. Doch am Teatro Regio in Turin hat es Ottavio Dantone jetzt geschafft, den Musikern für Vivaldis «L’incoronazione di Dario» einen Barockklang abzutrotzen, der sich hören lassen kann – der erste Teilerfolg. Der zweite ist kluger Besetzungspolitik zu verdanken.
Im Großen und Ganzen entspricht das Ensemble dem der CD-Produktion für Naïve (2014). Neu dabei sind Romina Tomasoni und Veronica Cangemi. Als Flora und Arpago halten sie hinsichtlich Phrasierung, Beweglichkeit und Verzierungskunst mit den an der Einspielung Beteiligten mit – die da wären: Sara Mingardo als liebenswertes Dummchen Statira, Delphine Galou als Erzbösewicht Argene, Lucia Cirillo als Oronte (in der Kastratenpartie zieht Dantone den Mezzoklang einem Countertenor vor); schließlich Roberta Mameli als Alinda – mit großer Tragkraft und Tönen wie poliert.
Bis hin zu Bassbariton Riccardo Novaro als ränkeschmiedendem Philosoph Niceno kommt in diesem Stück ...
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Opernwelt Juni 2017
Rubrik: Panorama, Seite 56
von Carlo Vitali
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