Kraftfeld Bayreuth
Im Gedächtnis der Opernfreunde wird Manfred Jung, der am Karfreitag nach langer schwerer Krankheit im Alter von 76 Jahren verstarb, vor allem als Siegfried in Patrice Chéreaus sogenanntem «Jahrhundert»-Ring bleiben, der auch in einer Filmversion vorliegt. Bayreuth war seine künstlerische Heimat, in der er über ein halbes Jahrhundert in verschiedenen Funktionen tätig war, und Richard Wagner spielte in seinem Sängerleben eine zentrale Rolle. Aber er war ein sehr vielseitiger Musiker, der sich nicht auf den Heldentenor reduzieren lässt.
Seinen Einstand in Bayreuth hatte Jung bereits 1963 als Beleuchter gegeben, erst danach seine Stimme an der Essener Folkwang-Schule ausbilden lassen und sich in festen Engagements in Dortmund und Kaiserslautern schrittweise vom lyrischen zum Heldentenor entwickelt, als er 1976 von Grischa Barfuß an die Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf/Duisburg engagiert wurde. Bis zur Pensionierung 1988 gehörte er diesem Haus als festes Ensemblemitglied an. Mit Chéreaus «Ring» begann seine internationale Karriere, die ihn nicht nur an alle großen deutschsprachigen Opernhäuser, sondern auch nach Paris, Brüssel, Barcelona, Madrid und an die Metropolitan Opera führte. In ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Juni 2017
Rubrik: Magazin, Seite 84
von Ekkehard Pluta
Heike Hoffmann, seit dieser Saison Leiterin der SWR Schwetzinger Festspiele, interpretiert die Dramaturgie des Festivals auf ihre Weise: Altes und Neues sollen nicht nebeneinander stehen, sondern ineinander verschränkt werden. Der Untertitel von «Tre Volti – Drei Blicke auf Liebe und Krieg» von Annette Schlünz, mit deren Uraufführung das diesjährige Programm...
Ein gutes Opernfoto, sagt Barbara Aumüller, ist beinahe paradox: Je weniger opernhaft es wirkt, desto besser. «Ich lege Wert darauf, dass ein Sänger auf dem Foto nicht singt – so komisch das auch klingen mag. Pathetische Sänger mit offenen Mündern will heute niemand mehr sehen. Ich will jeden Sänger als einen Mensch zeigen, der in seinem Umfeld auf der Bühne eine...
Sydneys Geizkragen-Oper ist ein Widerspruch in sich: Auf den Einspielungen von Vivaldis «Bajazet» und Grétrys «L’amant jaloux» ist sie mit Hörgeschenken äußerst freigebig. Ohnehin macht der Name «Pinchgut Opera» (Pinchgut = Geizhals) Schmunzeln – er geht auf ein vom Volkmund so benanntes Gefängnis im Hafen von Sydney zurück. Nicht, dass die «Pinchguts» die eigene...
