Versuchsanordnung
Es ist ein kühnes Unterfangen, Goethes «Wahlverwandtschaften», jenen Roman, der auch für gestandene Germanisten nicht unbedingt zu den kurzweiligsten Lektüreerinnerungen gehört, auf ein Musiktheaterstück von knapp zwei Stunden einzudampfen.
Der für das Libretto zuständige Autor Armin Petras reduziert Goethes in epischer Breite angelegtes Werk dazu auf seinen experimentellen, in der Dichtung gleichsam auf chemische Konstellationen zurückgeführten Grundgehalt: Zwei zunächst scheinbar innig verbundene Paare lösen sich voneinander und gehen eine neue geistig-erotische Verbindung mit dem jeweils anderen Gegenüber ein. Diese menschliche Versuchsanordnung wird in die Gegenwart versetzt – gerade heute spielt der Begriff des «Lebensabschnittsgefährten» ja eine immer bedeutendere Rolle in der Paarbeziehung – und dem Zuschauer in meist banalen Sätzen, oft Ich-Aussagen, kundgetan. Dazu kommen zwei längere, ziemlich moralinsaure Reden über die Liebe und über das Glücklichsein sowie eine Reihe lyrischer Popsong-Texte in englischer Sprache.
Das alles ist Material zu einem Work in Progress, das zusammen mit Kompositionsangeboten der beiden Musiker Thomas Kürstner und Sebastian Vogel laut ...
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Opernwelt April 2018
Rubrik: Panorama, Seite 40
von Gerhart Asche
Dunkel ist’s. Rabenschwarz. Eine quadratische Öffnung lässt sich erahnen; sie nimmt Kontur an, wenn das Licht, das Franck Evin von oben hereinfallen lässt, den Blick freigibt auf die mit wenigen Strichen gezeichneten, sparsam bewegten, in einen silbernen Ton gefassten Bilder, die Regisseur Andreas Homoki erdacht hat. Zu sehen sind Damen im Reifrock mit Schirm und...
ML = Musikalische Leitung
I = Inszenierung, B = Bühnenbild
K = Kostüme, C = Chor, S = Solisten,
P = Premiere, UA = Uraufführung
WA = Wiederaufnahme
Deutschland
Aachen
Theater Aachen
Tel. 0241/478 42 44
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– La traviata: 2., 8., 28.
– Don Giovanni: 6., 19.
– Poulenc, Dialogues des Carmélites: 15. (P), 21., 29.; 5., 17., 20., 26....
Ein Bühnenbild wie ein Schrei. Schwarze Zeichen winden sich auf heller Leinwand: brutal hingeworfen wie gekrümmte Leiber, verrenkte Glieder, flehende Arme. Verkohlte Spuren eines grausamen Gemetzels. Händels Oratorium «Jephtha», das Achim Freyer am Hessischen Staatstheater Wiesbaden mit verstörender Bilderwut in Szene setzt, erzählt eine archaische Geschichte: Um...
