Durch die Wüste

Haddad: A Wintery Spring
Zelenka: Il serpente di bronzo
Frankfurt | Bockenheimer Depot

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Zwei musiktheatralische Kurztrips durch die Wüste: Die Uraufführung «A Wintery Spring» des in Deutschland eingebürgerten jordanischen Komponisten Saed Haddad und die eine mosaische Überlieferung behandelnde Karfreitagskantate «Il serpente di bronzo» (1730) des lange in Dresden tätigen böhmischen Barockkomponisten Jan Dismas Zelenka. Dem extravaganten Duo diente im Bockenheimer Depot ein schlichtes gemeinsames Bühnenbild, nämlich Stephanie Rauchs gelblich-wüstenartiges Podest, über das für Zelenkas Stück nur noch ein schräger Laufsteg gezogen wurde.

Beide Werke sind zudem durch ihren ausgeprägten Klagegestus miteinander verwandt. Haddad (Jahrgang 1972) sieht in seinem dreiviertelstündigen «dramatischen Lamento» vor allem die frostigen Seiten des «arabischen Frühlings», das Verharren der vorderasiatischen Heimatvölker in unzeitgemäßen Denkweisen mit archaischen Männlichkeitsbildern. Hinzu kommt die Trauer des Exilierten um die verlorene Heimat, auch das Gefühl, als Künstler nicht helfen zu können. Und das Paradox, trotz sichtlicher Ohnmacht sich auch aus der Ferne engagieren zu müssen. Haddad tut das – in englischer und arabischer Sprache – auf der Basis deklamatorisch-visionärer ...

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Opernwelt April 2018
Rubrik: Panorama, Seite 42
von Hans-Klaus Jungheinrich

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