Verpasste Chance

Venedig, Korngold: Die tote Stadt

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Korngolds «Tote Stadt» hätte in Venedig, das wie keine zweite Metropole den Genius des Gewesenen feiert, eigentlich ein Heimspiel werden müssen. Zumal wenn ein Ästhet wie Pier Luigi Pizzi inszeniert. Das Ergebnis fiel zur Spielzeiteröffnung am Teatro La Fenice ernüchternd aus. Pauls Zimmer war auf die Vorbühne verbannt: eine recht sterile Orgie aus weißen Lilien und schwarzen Kissen, flankiert von zwei alptraumhaft hohen, schmalen Türen ins Freie (rechts) und in Maries Sterbezimmer (links).

Im Hintergrund öffnete sich von Zeit zu Zeit ein schwarzer Vorhang und gab den Blick auf ein bühnenhoch gespiegeltes Wasserbassin frei, in dem sich die Häuser von Brügge drehten, die Operntruppe um Marietta in einer – natürlich – venezianischen Gondel hereinfuhr und schließlich ein sündig rot gekleideter, unter seinen Stolen nackter Klerus seine schwarze Messe feierte. Es handelt sich ja um den Angsttraum des revoltierenden Fleisches, von dem der auf Keuschheit bis zum Tod versessene Witwer Paul auf seinen Kissen heimgesucht wird.

Eliahu Inbal, seit 2007 – wie in den achtziger Jahren schon einmal – Chef des Fenice und Spiritus Rector der venezianischen Korngold-Erstaufführung, suchte den ...

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Opernwelt März 2009
Rubrik: Panorama, Seite 48
von Boris Kehrmann

Vergriffen
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