Vergnügungsparadies Hölle
Der Neue ist im Amt. Erstmals standen die Opernfestspiele im finnischen Savonlinna unter der künstlerischen Leitung des Dirigenten Jari Hämäläinen; er löste Raimo Sirkiä ab. Im Unterschied zum vergangenen Jahr gab es diesmal keine finnische Opern-Uraufführung – zumindest nicht für Erwachsene. Denn mit «Seitsemän koiraveljestä» («Die sieben Hundebrüder») von Markus Fagerudd auf einen Klassiker der finnischen Romanliteratur, Aleksis Kivis «Seitsemän veljestä» («Die sieben Brüder»), wurde die Tradition der finnischen Kinderopern fortgesetzt.
Zudem enthielt der Festspielkalender drei Wiederaufnahmen («Aida», «Rigoletto», «Der fliegende Holländer») und den alle zwei Jahre stattfindenden Timo Mustakallio-Gesangswettbewerb. Zu Gast war die Oper Shanghai mit Verdis «Otello» und Deqing Wens 2003 in Genf aus der Taufe gehobenem Musiktheater «Die Wette».
Eröffnet wurden die Festspiele mit Arrigo Boitos ursprünglich als Reformoper konzipiertem «Mefistofele». Boitos Versuch, dem Goethe’schen Faust-Drama als Librettist und Komponist gerecht zu werden, war bei der Mailänder Uraufführung 1868 grandios gescheitert. Das mehr als fünfstündige Werk erfuhr daraufhin eine gründliche Umarbeitung, ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Die Bilanz, die der französische Musikwissenschaftler Benoit Dratwicki im Booklet von Hervé Niquets Einspielung der «Proserpine» zieht, ist ernüchternd. Trotz der Begeisterung, die William Christies Produktion des «Atys» 1987 ausgelöst habe, hätten die Opern Jean-Baptiste Lullys bislang noch immer nicht zu breiterer Anerkennung gefunden. Immer noch würden einige...
Als Benjamin Brittens «Billy Budd» 1951 zum ersten Mal über die Bühne ging, wurde das Stück als eine bedrückende Studie über die zerstörerische Wirkung von Gewalt empfunden. Heute, da Machttypen wie der teuflische Schiffsprofos John Claggart nach wie vor unermessliches Leid anrichten, während die Welt zuschaut, ist der Stoff der Oper unverändert aktuell. Und diese...
Als Schüler hatte ich das englische Magazin «Opera» abonniert, in dem den Premieren und Wiederaufnahmen des Royal Opera House naturgemäß breiter Raum gegeben wurde. Viele der Aufführungen, die ich dort beschrieben fand und die ich nur zu gern miterlebt hätte, finde ich nun zumindest als Tonkonserve in einer neuen Reihe «Heritage Series» wieder, die von der Oper...
