Vergiftete Walzer
Die Bregenzer Bühne – eine Waschküche. Ein Mädchen schält sich aus dem Dunst heraus. Die junge Frau beginnt zu singen, für sich, leise auch und wie von weither. Sie singt vom Mädel in der Wachau. Es wird noch manches Wiener Lied angestimmt – aber anders, als man’s kennt, neu komponiert, verquerer. Die Belgierin Ilse Eerens führt einen ganz zarten, eigentlich schon verletzlichen Sopran ins Treffen. Sie wird den Uraufführungsabend im Festspielhaus auch weiterhin dominieren, dann aber auch mit dramatischen Verzweiflungsausbrüchen, mit dringlich wirkendem Höhenglanz.
Es ist eine alte Geschichte, die da aus dem Nebel steigt und auch wieder darin versinkt: Ödön von Horváths berühmtestes Stück, seine «Geschichten aus dem Wiener Wald» (Berlin, 1931). Von Marianne berichtet es, der Tochter des «Zauberkönigs», eines Spielwarenhändlers im Achten Bezirk von Wien. Den ihr zugedachten Fleischer Oskar will sie nicht mehr, als der Hallodri Alfred sie umschmeichelt. Er macht ihr ein Kind, und bald hat er sie über. Seine Großmutter bringt den Kleinen um. Marianne strandet als Nackttänzerin im «Maxim». Zum Schluss bemühte Versöhnung. Und nun doch Oskar. Er schleppt sie wie eine Trophäe auf den Armen ...
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Opernwelt September/Oktober 2014
Rubrik: Im Focus, Seite 12
von Heinz W. Koch
Eine beachtliche Schar von Komponisten vertonte im Laufe des 18. Jahrhunderts ein Libretto von Agostino Piovene, das bis heute unter zwei Titeln verbreitet ist: «Bajazet» und «Tamerlano». Die bekannteren Namen – Händel, Leo, Vivaldi, Scarlatti, Jommelli – seien hier nur stellvertretend genannt. Der Erste aber, der die begehrte Vorlage in Töne setzte, war Francesco...
Eine frühe Aufnahme ist erhalten, aus den Sechzigern dürfte sie sein. Da steht er vor dem Orchester der römischen RAI, jung, rank, Afro-Frisur, und entfesselt Wagners «Meistersinger»-Vorspiel. Doch kein Stürmer und Dränger ist am Werk, der jugendfrisch charmiert. Lorin Maazel war schon viel weiter. Mit der Rechten werden die Wogen energisch kanalisiert, der...
Jubilare
Sie studierte an der Budapester Musikakademie Liszt Ferenc bei József Réti Gesang und begann ihre Bühnenkarriere Anfang der 1970er-Jahre in Bern und an der Deutschen Oper am Rhein mit Partien wie Gilda, Sophie, Norina, Königin der Nacht und Zerlina. Als Blonde in Giorgio Strehlers Inszenierung von Mozarts «Entführung aus dem Serail» trat Krisztina Laki bei...
