Vergeigt

Svoboda: Adam und Eva SCHWETZINGEN | SWR-FESTSPIELE

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Das falsche Stück zur falschen Zeit am falschen Ort: So lautet das traurige Fazit nach der Uraufführung von «Adam und Eva» zur Eröffnung der diesjährigen Schwetzinger SWR-Festspiele. Angekündigt war Mike Svobodas Musiktheater nach dem gleichnamigen Schauspiel des einstigen Erfolgsautors Peter Hacks, der 1955 aus politischer Überzeugung von der BRD in die DDR gewechselt war, als eine «Komödie», die das gegenwärtig vorherrschende dystopische Grundgefühl aufbrechen sollte.

Im Libretto von Anne-May Krüger braucht es aber eine Wünschelrute bei der Suche nach Witz und Ironie (ohnehin kann diesbezüglich nichts die «Tagebücher von Adam und Eva» von Mark Twain überbieten). Und sie deutet Hacks als Aufklärer in des Wortes doppelter Bedeutung um: als Oswalt Kolle der DDR, der Adam und Eva mit praktischen Ratschlägen das «Werk der Liebe» verrichten lässt und sogar Gottvater erlaubt, Eva an die Wäsche zu gehen. Der dialektische Verteidiger individueller Freiheit im besten aller sozialistischen Zwangssysteme bleibt dabei weitgehend auf der Strecke. Das Übertreten des göttlichen Verbots führt weniger zur Erkenntnis von Gut und Böse als vielmehr zu gesteigerter sexueller Aktivität. Wozu also der ...

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Opernwelt Juni 2025
Rubrik: Panorama, Seite 60
von Lotte Thaler

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