Das pure Mysterium

Puccini: Il trittico PARIS | OPÉRA NATIONAL DE PARIS

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Mit 2700 Sitzen und einer 20 Meter hohen Decke wirkt der Saal der Opéra Bastille eher einschüchternd als einladend. Ein großer Raum für große Gesten. Wie stark muss die Versuchung sein, ihn mit allem zu füllen, was Stimme und Körper zu bieten haben. Asmik Grigorian aber steht einfach nur da und singt – die Hände locker ineinander gelegt. Ihr braunes Haar umspielt die Schultern, die Augen sind träumerisch in den Zuschauerraum gerichtet.

Sie singt «O mio babbino caro», ein Evergreen, der auf diversen Galas und Vortragsabenden fast zu Tode gesungen wurde.

Grigorian haucht ihm neues Leben ein. Schlicht und ungekünstelt fließt ihre Stimme dahin. Nur auf dem letzten hohen «As» setzt sie gekonnt im pianissimo an, lässt den Ton sanft anschwellen und wieder ins Nichts verschwinden. Das vollendete Messa di voce ist ein kleiner Fingerzeig an das Publikum: dass hier eine echte Könnerin steht. Mit der kleinen Partie der Lauretta wärmt sie sich erstmal auf.

In seiner Version von Puccinis «Trittico», die bereits 2022 bei den Salzburger Festspielen zu sehen war und nun in Paris Premiere feiert, stellt Regisseur Christof Loy die Erbschleicher-Komödie «Gianni Schicchi» direkt an den Anfang. Dann ...

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Opernwelt Juni 2025
Rubrik: Panorama, Seite 57
von Anna Schors

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