Verführung zum Hinhören
Die bislang zum Jubiläumsjahr erschienene Händel-Literatur war von einem eklatanten Missverhältnis gekennzeichnet: Während eine ganze Schar von Autoren sich mit der mehr oder weniger blumigen Nacherzählung von Händels Leben beschäftigte, fehlte bislang ein Werk, das den akkumulierten Kenntnisstand von Händelforschung und -aufführungspraxis nutzt, um auch einem nicht fachspezifisch vorgebildeten Publikum einen neuen Blick auf die Werke selbst zu eröffnen. Genau das leistet jetzt Silke Leopold. Und sie tut es auf so gescheite, engagierte und unterhaltsame Weise, dass «Händel.
Die Opern» das mit Abstand wichtigste Buch zum Händel-Jahr geworden ist.
Dabei ist dieses Buch trotz einer kompletten Werkliste mit Inhaltsangaben und Aufnahmehinweisen keine Enzyklopädie der Händel-Opern wie das (leider nicht auf Deutsch erhältliche) Standardwerk von Winton Dean. Händels Leben wird auf wenigen Seiten eher skizziert als beschrieben – wer da mehr will, muss zu Christopher Hogwoods Biografie oder zu Dorothea Schröders kürzlich bei Beck erschienenem, knappem Überblick greifen. Die Bedeutung und das Ziel von Silke Leopolds Buch liegen darin, dass die Autorin, wie sie es im Vorwort ausdrückt, «Händel ...
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Der Schluss von Mozarts «Idomeneo» ist eine Herausforderung: Was tun mit einer Musik, die einfach weiterspielt, obwohl das Lieto fine längst erreicht ist? Dass die Ballettmusik, die bei der Münchner Uraufführung 1781 vom Fest auf der Bühne zum anschließenden Fest im Saal überleiteten sollte, weit mehr sein kann als ein bloßer Wurmfortsatz, weiß man spätestens seit...
Lord Ashburton, Schirmherr der Grange Park Opera, arbeitete 39 Jahre lang als Investment Banker. In seinem Geleitwort zur aktuellen Spielzeit spricht er vor allem von der Finanzkrise. Das von Wasfi Kani seit zwölf Jahren geleitete Festival in Hampshire ist nur
lebensfähig, wenn sich die Karten (aktuell zu Preisen zwischen 50 und 115 Pfund) verkaufen lassen und...
George Gerswhin hob die Hand, um sie wie ein Falke auf die Tasten des Klaviers niederstürzen zu lassen. Doch plötzlich hielt er inne. «Eines noch, Rouben», sagte er, «es muss dir klar sein, dass das eine ganz schwierige Partitur ist. Eigentlich ist sie unmöglich. Kann man denn Wagner überhaupt auf dem Klavier spielen? Und das hier ist wie Wagner.» Vom Regisseur...
