Affekte des Tanztheaters

Rameau: La Fête in Oldenburg

Opernwelt - Logo

Rameau, der große Wiederzuentdeckende, kommt immer mehr auch auf den kleineren Bühnen an. So versprach Oldenburg zum Spielzeitabschluss unter dem Titel «La Fête» ein Opernfest mit seiner Musik und erinnerte damit an barocke Traditionen. Wenngleich in ganz anderer Umsetzung als damals, vor mehr als 250 Jahren, als in Paris zur Zeit des Sonnen-königs und seines Nachfolgers, des 15. Ludwig, die Opéra-ballet in Mode war, eine Mischung aus Tanz- und Gesangstheater, in der mythologische und allegorische Themen abgehandelt und ausgiebig befeiert wurden.

Zwei dieser Werke nun aus dem von Rameau hinterlassenen reichen Fundus – «Pigmalion» von 1748 und «Les Fêtes d’Hébé», das Fest für die Göttin der Jugend, von 1739 – hat Oldenburgs Chordirektor Thomas Bönisch, Spezialist für Alte Musik, zu einem neuen Stück zusammengefasst: Ein geselliges Treffen steht im Mittelpunkt, auf dem als musikalische Einlage zur Unterhaltung der Gäste das antike Spiel von Pygmalion gegeben wird, jenem Bildhauer, der nach dem Zeugnis von Ovids Metamorphosen durch seine Liebe eine von ihm geschaffene Marmorstatue zu menschlichem Leben erweckte.
Das alles wurde nicht als historisches Bühnenspektakel zelebriert, ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt August 2009
Rubrik: Panorama, Seite 48
von Gerhart Asche

Vergriffen
Weitere Beiträge
Kühne Wahl

Lord Ashburton, Schirmherr der Grange Park Opera, arbeitete 39 Jahre lang als Investment Banker. In seinem Geleitwort zur aktuellen Spielzeit spricht er vor allem von der Finanzkrise. Das von Wasfi Kani seit zwölf Jahren geleitete Festival in Hampshire ist nur
lebensfähig, wenn sich die Karten (aktuell zu Preisen zwischen 50 und 115 Pfund) verkaufen lassen und...

Wahrheit existiert nicht mehr

Die Tendenz ist offenkundig: Viele junge Regisseure, Regie- und Bühnenbildstudierende haben kaum Interesse daran, die bekannten rund sechzig Opern einfach weiter auszupressen, auf der Suche nach einem neuen Sinn. Andererseits: Die Oper fasziniert. Dass sie mit dem Leben hier und heute nichts oder nur wenig zu tun hat, das will eigentlich niemand wirklich...

«The very best of Glyndebourne»?

Eine Komplilation mit vielen alten Bekannten. EMI hat aus den Katalogen ein paar Höhepunkte zusammengesucht, Mittelmaß ist auch dabei. Vor allem fragt man sich, nach welchen Prinzipien die Nummern aus einzelnen Opern ausgewählt wurden.
Natürlich steht Fritz Busch am Anfang. Von seinen frühen (1934/35) und späteren Aufnahmen (1950/51) gibt es repräsentative Auszüge....