Scherzo im Container
Auf ein Neues! Der Freiburger «Ring» ist auf seiner dritten Station bereits bei seinem dritten Dirigenten angekommen. Fabrice Bollon, seit dieser Saison GMD, wird das Unternehmen auch 2010 zum Zyklus bündeln. Wie er und das propere Philharmonische Orchester Freiburg nun den «Siegfried» ausbreiteten, das ist schlicht bravourös.
Diese Wagner-Deutung mag anfangs zum überkorrekten Nachbuchstabieren neigen – sie hat gleichwohl beträchtliches Format, stellt vor allem die nach zwölfjähriger Kompositionspause gereiften Mittel aus und platziert im dritten Akt ein paar überwältigend ausholende emotionale Höhepunkte. Insgesamt dominiert indes der gerade in den Holzbläsern minuziös ausgetüftelte und nicht selten brillant zugeschliffene Scherzo-Charakter des Werks. Ähnlich wie schon im «Freischütz»: ein deutlich konturierter, merklich aufgehellter, vielleicht tatsächlich «französischer» Klang mit denkbar sensibler Feinzeichnung – so bei Mimes Bericht von Siegfrieds Geburt.
Hier, in den nachdenklichen tenoralen Lyrismen, hat auch Gunnar Gudbjörnssons Titelheld schöne, innige Momente. Ansonsten ist dieser massige Shorts-Teenie der vokale Problemfall der Aufführung. Gerade weil er an Berghaus’ und ...
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In seiner 1899 uraufgeführten Oper «Die Zarenbraut» hat Nikolai Rimsky-Korsakow vor einem breit ausgeführten historischen Gemälde das Schicksal zweier Frauen geschildert, die beide Opfer männlicher Gewalt werden: Marfa, die unglückliche Zarenbraut, weil sie sich nicht wehrt, Ljubascha, die Geliebte des Opritschniks Grjasnoi, weil sie sich wehrt. Die historischen...
Jetzt spüren es auch die Lipizzaner. Elisabeth Gürtler, Chefin des Hotels Sacher, Opernballexpertin und seit einigen Monaten zudem Geschäftführerin der Spanischen Hofreitschule, beklagte bei Letzterer Besucherrückgänge und ein daraus resultierendes Defizit. Staatsoperndirektor Ioan Holender konstatierte schon vor Wochen Einbußen bei sonst überbuchten Vorstellungen...
In der letzten Szene von Donizettis «Maria Stuarda» betritt, jedenfalls in Pier Luigi Pizzis Inszenierung, mit dem einleitenden Chor auch der Henker die Bühne. Erst unentschlossen, sucht er seinen Platz und stellt sich, auf sein Beil gestützt, in Positur – ein lebendes Standbild seiner Profession. Er muss sich allerdings in Geduld üben, denn der Chor lässt sich...
